Radtour Waldenbuch Neuer Look für den Museumsradweg

Die landschaftlichen Schönheiten des Museumsradwegs werden  durch wechselnde Kunstwerke der Freiluft-Ausstellung „Sculptoura“ ergänzt. Foto: Claudia Barner
Die landschaftlichen Schönheiten des Museumsradwegs werden durch wechselnde Kunstwerke der Freiluft-Ausstellung „Sculptoura“ ergänzt. Foto: Claudia Barner

Die Radroute von Weil der Stadt nach Nürtingen führt auch über Waldenbuch. Bei der Glashütte ist in diesem Zusammenhang nun ein begehbarer Glaskubus geplant.

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Waldenbuch - Der Museumsradweg zwischen Weil der Stadt und Nürtingen soll attraktiver werden. Künftig wird er unter dem Namen „Entdeckertour – KulturLandschaft zwischen Heckengäu und Schönbuch“ firmieren. Zusätzlich zum langen Namen sind eine ganze Reihe neuer Gestaltungs- und Erlebniselemente geplant. Auch in Waldenbuch könnte am Eingang zur Glashütte ein Kaleidoskop entstehen, das die Besucher in die Welt der Glasmacher führt.

Die rund 50 Kilometer lange Strecke, die seit 2007 vom Heckengäu ins Neckartal führt, hat sich bisher vor allem durch die am Weg gelegenen Museen definiert. Seit 2014 werden die landschaftlichen Schönheiten im Landkreis Böblingen durch wechselnde Kunstwerke der Freiluft-Ausstellung „Sculptoura“ ergänzt. An sonnigen Tagen herrscht auf dem Radweg Hochbetrieb.

Leuchtturmprojekte wie der Schönbuchturm

Doch den Machern des Masterplans, den die Schönbuch-Gemeinden gemeinsam mit dem Verband Region Stuttgart erarbeitet haben, war das nicht genug. Es gab Leuchtturmprojekte wie den Schönbuchturm und touristische Impulse wie zusätzliche Wohnmobilstellplätze. Jetzt soll ein neues Konzept benachbarte Kommunen mit in die Radl-Tour einbinden und diese zum attraktiven Standortfaktor aufwerten.

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Mit in die Projektplanung eingebunden ist Stefanie Clauß, die beim Verband als Referentin für Landschaftsplanung tätig ist. Im Verwaltungsausschuss des Waldenbucher Gemeinderats erklärte sie, was sich die Region von der Aufwertung der Museumsroute verspricht. „Wohlfühlen und heimisch werden sind wichtiger denn je“, betonte sie.

Ansprüche an die Freizeitgestaltung

Gerade auch im Hinblick auf den Fachkräftemangel und die Ansprüche, die junge, qualifizierte Menschen heute in Sachen Freizeitgestaltung stellen, sei es wichtig, hochwertige Angebote zu machen und somit eine Bindung an das unmittelbare Lebensumfeld herzustellen. Dabei müsse neben den Leuchtturmprojekten auch auf ein zeitgemäßes Angebot in der Fläche geachtet werden. „Der Museumsradweg alter Prägung entspricht vom Duktus und der Ausstattung her nicht mehr den aktuellen Anforderungen“, sagte sie. Dazu habe auch der Boom des E-Bikes beigetragen.

Das sehen viele Gemeinden entlang der Strecke ebenso, doch nicht alle sind dazu bereit, angesichts knapper Kassen Geld für neue Erlebnisstationen auszugeben. Bisher sind rund zehn Kommunen mit im Boot, und auch in Waldenbuch will man, dass die Schokoladenstadt im Gespräch bleibt. Zumindest eine der drei geplanten Erlebnisstationen soll deshalb jetzt verwirklicht werden: das Kaleidoskop am Eingang zur Glashütte.

50 000 Euro für einen begehbaren Kubus

Rund 50 000 Euro wird der fünfeckige begehbare Kubus mit verspiegelten Innenwänden kosten. Die Hälfte davon müsste bei einem positiven Förderbescheid die Stadt bezahlen. Im Inneren befinden sich Elemente der mittelalterlichen Glasherstellung, wie sie einst in der Glashütte praktiziert worden ist. „Das ist zwar Kür und keine Pflicht. Aber wir wollen auch mal was befürworten, was Freude macht“, sagte die FWV-Sprecherin Annette Odendahl.

Skeptisch äußerte sich hingegen ihre SPD-Kollegin Ingrid Münnig-Gaedke, die die Frage in den Raum stellte: „Muss man die Natur unbedingt möblieren, damit sie attraktiver wird?“ Letztlich setzte sie mit ihrer Enthaltung den einzigen Kontrapunkt. Wird der maximale Fördersatz von der Region gewährt, soll das Projekt 2022 umgesetzt werden.




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