Radverkehr auf den Fildern Tunnelsperrung am Flughafen vom Tisch?

Kaum Platz zum Radeln: der Flughafentunnel ist ein Nadelöhr. Foto: StZN

Die Diskussion um den Radverkehr durch den Flughafentunnel geht dem Ende entgegen – mit einer überraschenden Lösung. Am Freitag informiert Verkehrsminister Winfried Hermann Bürgermeister der Anrainergemeinden.

Stadtentwicklung/Infrastruktur : Christian Milankovic (mil)

Nach Informationen unserer Redaktion ist die Sperrung des Flughafentunnels für den Autoverkehr zugunsten von Radfahrern vom Tisch. Am Freitag will Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) mit Bürgermeistern der betroffenen Städte, darunter Stuttgarts Ordnungsbürgermeister Clemens Maier und Leinfelden-Echterdingens OB Otto Ruppaner, die Entwicklung besprechen.

 

Enger Weg für Radler und Fußgänger

Im Frühjahr war Hermann mit der Idee an die Öffentlichkeit gegangen, den Flughafentunnel zwischen Stuttgart-Plieningen und Filderstadt-Bernhausen ganz oder teilweise für den Autoverkehr zu sperren. Das Problem dort: neben den beiden Fahrbahnen für Autos gibt es nur einen sehr schmalen Weg für Rad- und Fußverkehr. Auf dem geht es so eng zu, dass sich keine zwei Fahrräder begegnen können. Platz sollte für die Radler dort geschaffen werden, wo heute noch Autos rollen.

Diese Idee ist nun wohl vom Tisch. Nach Informationen unserer Redaktion soll stattdessen eine Führung des Radverkehrs auf der Ostseite des Flughafenareals näher unter die Lupe genommen werden. Während Umwelt- und Radverbände die Tunnelidee unterstützten, regte sich in den politischen Gremien in den Anliegerkommunen Unmut.

Erleichterung bei Kritikern

Zufrieden nimmt man dort deshalb den Sinneswandel des Ministers zur Kenntnis. „Engagement für bessere Ideen setzt sich eben durch“, sagt der Plieninger Carl-Christian Vetter, der für die CDU im Stuttgarter Gemeinderat sitzt. Und Friedrich Haag, Landtagsabgeordneter der FDP und Neu-Stadtrat in Stuttgart, kommentiert: „Ein Glück, dass selbst der oberste Fahrradminister erkannt hat, dass diese Sperrung keinen Sinn ergibt“. Haag will die Sache aber nicht auf sich beruhen lassen. Die Idee sei vermutlich teuer für den Steuerzahler. „Und das gilt es jetzt aufzuklären, welche Summen hier unter anderem für zahlreiche Gutachten verausgabt wurden“.

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