Radverkehr im Kreis Ludwigsburg Mit den Radschnellwegen geht es nur langsam voran

Der Radschnellweg 21 soll durch die Kornwestheimer Innenstadt führen. Foto: Simon Granville (Archiv)

Bis zum Baubeginn der Trassen durch den Landkreis Ludwigsburg wird noch etwas Zeit vergehen. Einen Dämpfer haben die Pläne für die Verbindung zwischen Vaihingen/Enz und Stuttgart erhalten.

Ludwigsburg: Anne Rheingans (afu)

Sie sind ein zentraler Teil der Verkehrswende, doch sie lassen noch auf sich warten: Drei große Radschnellwege sollen künftig durch den Kreis Ludwigsburg führen. Drei weitere Strecken sollen Teile des Kreises anbinden. Obwohl die Vorhaben schon seit Jahren beabsichtigt sind, wird es voraussichtlich noch mehr als ein Jahr dauern, bis die erste Verbindung fertig ist.

 

Das Land Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, den Anteil des Radverkehrs bis 2030 auf 20 Prozent zu erhöhen. Dabei setzt das Ministerium für Verkehr auf die Radschnellwege. Bis 2025 sollen zehn solcher Verbindungen realisiert worden sein. Ob dann tatsächlich schon die erste Trasse im Kreis Ludwigsburg komplett genutzt werden kann, erscheint derzeit jedoch noch fraglich.

Zwischen Ludwigsburg und Waiblingen könnte zuerst gebaut werden

Am weitesten vorangeschritten sind die Pläne für den Radschnellweg (RS) 8. Er soll zukünftig die Städte Ludwigsburg und Waiblingen verbinden. Auf rund 15 Kilometern Länge führt die Trasse vom Ludwigsburger Zentrum nahe des Bahnhofs über Oßweil entlang der Landesstraße 1140 nach Remseck, durch Neckargröningen und Neckarrems und über Hegnach nach Waiblingen.

Der RS 8 befindet sich bereits in der Planungsphase. Bei einer Machbarkeitsstudie wurden umfangreiche Voruntersuchungen angestellt. Die Streckenführung im ersten Teilabschnitt, also in der Baulast der Stadt Ludwigsburg, ist schon größtenteils geklärt. Die Vorplanung des zweiten Abschnittes in der Baulast des Landkreises Ludwigsburg soll im Lauf des nächsten Jahres beendet sein. „Derzeit werden noch ökologische und statische Untersuchungen durchgeführt, die ebenfalls in die Planung einfließen“, teilt das Landratsamt dazu mit. Geplanter Baubeginn ist im Frühjahr 2025 auf den Teilstücken, für die der Kreis Ludwigsburg zuständig ist. Die Abschnitte drei und vier werden vom Rems-Murr-Kreis und der Stadt Waiblingen vorbereitet.

Laut den Prognosen werden auf dem RS 8 bis zu 2100 Radfahrer pro Tag erwartet. Für die Baukosten in Höhe von 31 Millionen Euro haben Bund und Land eine Förderung von 87,5 Prozent zugesichert.

Noch offene Fragen gibt es beim geplanten Radschnellweg 21, der als Landesstraße eingestuft wird und von Bietigheim-Bissingen über Tamm und Freiberg/Neckar durch Ludwigsburg und Kornwestheim nach Stuttgart führt. Für die etwa 15 Kilometer lange Strecke werden künftig zeitweise mehr als 9000 Radfahrende pro Tag prognostiziert. Voraussichtliche Kosten: 12 Millionen Euro.

Noch offene Fragen zwischen Bietigheim-Bissingen und Kornwestheim

Der Landkreis Ludwigsburg hat 2021 eine Machbarkeitsstudie veröffentlicht. Drei Korridore wurden geprüft und eine Trasse empfohlen. Dennoch ist der genaue Verlauf des neuen Schnellwegs an mehreren Stellen noch offen. Die Verbindung soll aus fünf Abschnitten bestehen. Die Ortsdurchfahrten Ludwigsburg und Kornwestheim bauen und planen die Städte selbst. Fördermittel des Bundes von rund 75 Prozent wurden bereits zugesichert. Außerhalb der Ortsdurchfahrten baut das Regierungspräsidium. Ab 2024 soll ein Projektbegleitkreis die Planungen koordinieren.

Anfang 2024 sollen nach Auskunft des Regierungspräsidiums die Übergabepunkte zwischen den drei Abschnitten in Landesbaulast und den zwei innerörtlichen Abschnitten in Ludwigsburg und Kornwestheim festgelegt werden. Die Stuttgarter Behörde möchte im kommenden Jahr mit der Vorplanung für den Abschnitt zwischen Bietigheim-Bissingen und Ludwigsburg beginnen und diese voraussichtlich 2025 abschließen. Danach werden die Details der Trasse erarbeitet und die Genehmigung eingeholt.

Weniger vielversprechend ist die etwa 20 Kilometer lange Strecke zwischen Vaihingen an der Enz und Stuttgart, die ursprünglich auch als eine Radschnellverbindung angedacht war. Inzwischen liegt auch dazu eine Machbarkeitsstudie vor. Wie sich herausgestellt hat, hat die Trasse ein geringeres Potenzial als vermutet. Deshalb wird die Verbindung nicht als Schnellweg, sondern lediglich als durchgängige Vorrangroute weitgehend parallel zur B 10 gebaut. Mit der Planung wurde gerade erst begonnen. „Wir sind derzeit im Gespräch mit dem Regierungspräsidium Stuttgart, um Finanzierung und grundsätzliche Trassenführungen zu erörtern“, heißt es dazu seitens des Landratsamtes. Die Kosten werden derzeit auf rund neun Millionen Euro beziffert.

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