Einmal auf dem Rad rund um die Landeshauptstadt: Gerade in der Ferienzeit ist der Radel-Thon sowohl bei Touristen als auch bei Einheimischen beliebt. 83 Kilometer lang führt er rund um den Talkessel, streift zahlreiche Sehenswürdigkeiten, Weinberge und Wälder. Wem die Rundtour zu lange ist, kann sie in Teilabschnitten absolvieren. In den Oberen Neckarvororten führt die Etappe von Obertürkheim, Hedelfingen und Rohracker ins Tiefenbachtal – und auf schattigen Waldwegen weiter nach Sillenbuch. Eigentlich eine angenehme Sommertour zum Genießen.
„Doch Vorsicht: Im Bereich des Tiefenbachsees sind tiefe Furchen im Weg“, warnt Bezirksbeirätin Karin Kaiser. Schwere Gewitter haben im vergangenen Jahr erste Rinnen in den Weg gegraben. Weitere Regenfälle und Frost haben diese vertieft. An manchen Stellen sind Stücke des Weges abgerissen. „Vor allem bei Dunkelheit, wenn man die Rinnen nicht oder spät erkennt, besteht höchste Sturzgefahr“, sagt Kaiser. Auch Peter Pipiorke von der Radfahrgruppe der Naturfreunde Stuttgart warnt vor Stolperfallen. „Es ist ja positiv, dass die Stadt Stuttgart solche Radeltouren ausweist, doch dann sollten sie auch gepflegt und gesichert werden.“
Eine Sanierung ist erst im Jahr 2023 geplant
Bezirksvorsteher Kai Freier hat Kaisers Sorge aufgegriffen und an die betroffenen Ämter weitergeleitet. Für einen Teil des Abschnitts ist das Tiefbauamt, für andere Teile das Forstamt zuständig. Dem Tiefbauamt sind die Schäden bekannt. Es will reagieren. „Die Sanierung des Weges ist im Frühjahr 2023 vorgesehen“, sagt Jacqueline Albinus vom Presseamt der Stadt. Damit das Wasser künftig besser ablaufen könne, werde der Weg im Zuge der Sanierung besser profiliert werden. „Auch das Forstamt ist aktuell nach und nach dabei, die Waldwege durch eine Spezialfirma wieder in Schuss zu bringen“, so Albinus. Die Wegschäden im Tiefenbachtal stünden auf der To-do-Liste. Sie sollen noch in den kommenden drei Monaten behoben werden. Allerdings würden sich Schäden durch Starkregen nicht zu hundert Prozent ausschließen lassen. Das Forstamt fördere gerne die Freizeitnutzung für Wanderer und Radfahrer. Aber es gehe in erster Linie um Waldwege.
„Um die Wasserdurchlässigkeit zu erhalten und möglichst wenig in intakte Waldgebiete einzugreifen, werden diese vor allem so gestaltet, dass Forstmaschinen gerade noch darauf fahren können“, sagt Albinus. Von weiteren Befestigungen werde jedoch abgesehen. Denkbar wäre es aber, durch Gräben oder Rohre die Wasserführung zu verändern.