Radwegausbau bei Deufringen Ausgebauter Radweg: Entsteht hier eine neue Gefahrenstelle?

Mögliches Unfallrisiko: Radfahrer haben jetzt Vorfahrt am Abzweig „Oberer Wengertweg“ in Deufringen. Foto: Eddie Langner

Der Landkreis Böblingen freut sich über Geld von Bund und Land für den Ausbau des Radwegs zwischen Aidlingen und Deufringen. Aber nicht alle teilen die Freude.

Böblingen: Edmund Langner (edi)

Noch arbeitet der Bagger an der Einbiegung zum Oberen Wengertweg, und noch ist das letzte Teilstück entlang der Aidlinger Straße in Richtung Deufringen gesperrt, weil dort auf Höhe der Alten Villa Straßenarbeiten laufen. Dennoch wird schon jetzt sichtbar, dass sich für Radfahrer bereits einiges getan hat auf der Strecke zwischen Aidlingen und Deufringen.

 

Seit Februar laufen dort die Bauarbeiten für eine Verbreiterung von rund 600 Metern Radweg, die den Teilort mit der Hauptgemeinde verbinden. Jetzt sind die Arbeiten weitgehend abgeschlossen. Innerorts wurde der Weg auf drei Meter, außerorts größtenteils von zwei auf zweieinhalb Meter verbreitert. Voraussichtlich nach den Pfingstferien soll der Abschnitt freigegeben werden.

670 000 Euro von Bund und Land

„Mit dem Ausbau schaffen wir nicht nur eine wichtige Verbindung für den Alltagsradverkehr, sondern verbessern auch ganz konkret die Sicherheit – insbesondere für Schulkinder“, kommentiert Landrat Roland Bernhard (parteilos) das Landkreisprojekt. Bund und Land unterstützen den insgesamt 750 000 Euro teueren Ausbau mit 670 000 Euro. Der Bund gibt 287 000 Euro, rund 380 000 Euro stammen aus Mitteln für das Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG).

So positiv dies auch klingen mag, es gibt auch kritische Stimmen – sowohl von Radfahrern als auch von Autofahrern. So wundert man sich aus Radfahrersicht zum Beispiel darüber, dass der Weg innerorts zwar auf drei Meter ausgebaut wurde, dafür aber an einigen Stellen kaum etwas von einer Verbreiterung zu merken ist.

Laut dem Amt für Straßenbau und Radfahren im Böblinger Landratsamt wäre eine Verbreiterung außerorts auf drei Meter ohne den Zukauf privater Ackerflächen nicht möglich gewesen. „Zudem musste der Entwässerungsgraben zwischen Fahrbahn und Straße erhalten bleiben“, so die Behörde.

Hinter dem Abzweig nach Gärtringen verhindert der Hang eine Verbreiterung des Radwegs. Foto: Langner

Weiter ortseinwärts hätte der unmittelbar neben dem Weg verlaufende Hang eine Verbreiterung aufwendiger und teurer gemacht. Der Wegverlauf sei jedoch übersichtlich, sodass sich begegnender Verkehr frühzeitig wahrnehmen könne, heißt es in einer Stellungnahme der Planer.

Autofahrer, insbesondere Deufringer Anwohner, die über den Oberen Wengertweg ihr Zuhause ansteuern, treibt wiederum eine andere Sorge um. Sie sehen eine Gefahr in der neuen Verkehrsregelung.

Der rot markierte Streifen, Radfahrerfurt genannt, bedeutet nämlich, dass abbiegende Fahrzeuge dem Radverkehr Vorfahrt gewähren müssen. Aus Richtung Deufringen kommend gibt es zwar eine separate Linksabbiegerspur. Brenzlig wird es allerdings beim Rechtsabbiegen aus Richtung Aidlingen. Dort könnte es künftig zu Auffahrunfällen kommen.

Kommission bestätigt: Die Planung ist verkehrssicher

„Aus Richtung Aidlingen kommend musste bereits vor der geänderten Vorfahrt auf der Kreisstraße abgebremst werden, um nach rechts in den Oberen Wengertweg rechtwinklig abzubiegen“, teilt das Amt für Straßenbau und Radfahren mit. Zudem rücke der Radverkehr durch die Verbreiterung sowie die rote Markierung jetzt deutlich mehr ins Blickfeld der Autofahrer. Eine Kommission aus Polizei, Verkehrsbehörde und anderen Fachleuten habe die Verkehrssicherheit der Planung bestätigt.

„Die Straße ist sehr geradlinig und die Sichtverhältnisse sind gut – durch die Radwegbeleuchtung auch bei Dunkelheit“, betont man auf dem Landratsamt und verweist auf vergleichbare Situationen wie etwa bei der Zufahrt von der Kreisstraße zum Gärtringer Sport- und Freibadgelände oder an der Einmündung zur Herrenberger Straße von der Kreisstraße am Südrand von Ehningen.

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