Der Plochinger Gemeinderat will das Thema Radschnellweg vom Tisch bekommen. Im September sollen Vertreter des Regierungspräsidiums für Klarheit in der Trassenfrage sorgen.

Der Verlauf des Radschnellwegs RS 4 in Plochingen hat zuletzt auch im Gemeinderat Zwietracht gesät, weil eine knappe Mehrheit aus CDU, ULP und Bürgerliste die Vergabe für den vorgezogenen Bau der Radbrücke über die Fils ablehnte, was das Sanierungsgebiet Filsgebiet-West ausbremsen könnte. Jetzt herrscht wieder Harmonie. Zum einen konnte die Vergabefrist für die Brücke, die bis Ende Juni lief, bis zum 31. Oktober verlängert werden. Nach Angaben der CDU kam das durch deren Vorsprache bei der Baufirma zustande.

 

Zum anderen hat die CDU beantragt, um zu einer Entscheidung über die drei möglichen Radwegtrassen zu kommen, dass an der Ratssitzung am 30. September „entscheidungsbefugte Planer des Regierungspräsidiums/Verkehrsministeriums“ teilnehmen sollen, um ein Signal zur Trassenführung zu geben. Davon erhofft sich die Fraktion, „dass wir entscheidungsfähig werden“, so Ralf Schmidgall. Dieser Antrag wurde vom Gemeinderat einstimmig beschlossen.

Varianten sollen im „fairen Vergleich“ abgewogen werden

Von Verkehrsminister Winfried Hermann habe man erfahren, dass die Sache im Herbst entscheidungsreif sei und dass alle drei Varianten im „fairen Vergleich“ abgewogen würden, teilte die Stadtverwaltung mit. Die Petition durch Landwirt Bernd Gutmann und weitere Anlieger sei vom Petitionsausschuss als erledigt betrachtet worden, nachdem das Land auch die dritte Trassenvariante in die Prüfung einbezogen habe.

Insgesamt ist der RS 4 ein Dauerthema: Seit etwa sieben Jahren wird darüber diskutiert, dass ein Radschnellweg den Kreis Göppingen durch das Fils- und das Neckartal hindurch mit Stuttgart verbinden soll. Passiert ist bis jetzt aber nur außerhalb des Kreises Esslingen etwas. Wie in Plochingen verzögert sich der Bau auch in Esslingen unter anderem dadurch, dass noch keine Einigkeit über den Verlauf erzielt werden konnte.