Radwegenetz in Zuffenhausen Finanzspritze für die neue Geh- und Radwegbrücke

Die Brücke über die Ludwigsburger Straße soll 35 Meter lang werden, sie ist Teil des Landschaftsentwicklungskonzepts. Foto: /Knippers/Helbig
Die Brücke über die Ludwigsburger Straße soll 35 Meter lang werden, sie ist Teil des Landschaftsentwicklungskonzepts. Foto: /Knippers/Helbig

Das Land stellt 2,1 Millionen Euro für den geplanten Steg über die Ludwigsburger Straße zur Verfügung. Das Projekt ist Teil des Landschaftsentwicklungskonzepts (LEK) Hummelgraben.

WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Zuffenhausen - Ein veritables Weihnachtsgeschenk für Zuffenhausen kommt aus dem baden-württembergischen Verkehrsministerium: Für den Neubau der geplanten Fuß- und Radwegbrücke über die Ludwigsburger Straße stellt das Land über das Bundessonderprogramm „Stadt und Land“ 2,1 Millionen Euro zur Verfügung. Damit ist der Großteil der veranschlagten Gesamtkosten in Höhe von rund 2,5 Euro Millionen Euro gedeckt. „Das Fördergeld ist hier sehr gut investiert“, sagt Oliver Hildenbrand, Landtagsabgeordneter von Bündnis 90/Die Grünen für den Stuttgarter Norden. Zusammen mit dem Neubau des Hummelgrabenweges werde die neue Brücke die Ost-West-Verbindung für Radler deutlich verbessern. Die komplette Radstruktur im Stuttgarter Norden werde von dem Steg, der die Hauptradrouten fünf und acht miteinander verbinde, profitieren.

Die Gesamtkosten sollen sich auf 2,5 Millionen Euro belaufen

Bei der Stadtverwaltung möchte man sich momentan noch nicht zu der Finanzspritze äußern. „Für den Bau der Brücke wurde ein Antrag zur Förderung nach dem Landesgemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (LGVFG) gestellt. Der Stadt Stuttgart liegt bisher kein Zuwendungsbescheid vor“, heißt es auf Nachfrage unserer Zeitung. Deshalb könne auch zur Höhe eines möglichen Förderbetrags und damit zu einer Aufteilung der Kosten gegenwärtig keine Aussage getätigt werden. Fakt ist: Das Projekt, zu dem neben dem eigentlichen Brückenbauwerk auch Rampen zur Anbindung an bestehende Radwege sowie eine entsprechende Beleuchtung gehören, wurde bislang auf rund 2,5 Millionen Euro veranschlagt. „Der Kostenrahmen ist gegenüber der letzten Kostenschätzung unverändert“, schreibt die Stadt. Die Schätzung ist anderthalb Jahre alt und stammt aus einer Beschlussvorlage vom Juni 2020. Zuvor war man freilich noch von 1,6 Millionen Euro ausgegangen. Neben dem Kosten- hat sich im Laufe der Jahre auch der Zeitrahmen verändert: Bereits im Sommer 2020 hätten die Bauarbeiten für die Brücke beginnen sollen. Dann hatten Abstimmungsarbeiten mit allen Beteiligten sowie die Vervollständigung der Ausschreibungsarbeiten aber mehr Zeit als gedacht in Anspruch genommen. Zuletzt hatte es seitens der Stadt geheißen, dass sich der Baubeginn auf Anfang 2022 verschiebe. Doch auch dies scheint nicht einzuhalten zu sein. „Die Veröffentlichung der Ausschreibung für die Bauleistungen ist im Frühjahr 2022 geplant“, teilt die Stadtverwaltung nun mit.

Teil des LEK Hummelgraben

An den technischen Gegebenheiten des Projekts hat sich laut Tiefbauamt hingegen nichts geändert. Die Brücke soll circa 35 Meter lang und 3,20 Meter breit werden und die Ludwigsburger Straße auf Höhe des Friedhofs überqueren. Das Bauwerk besteht aus zwei vorgefertigten gekrümmten Textilbeton-Elementen von jeweils 16,90 Metern. Ans vorhandene Wegenetz wird der Steg durch Rampen angebunden. Das Brückenprojekt ist Teil des Landschaftsentwicklungskonzepts (LEK) Hummelgraben. Der Hummelgraben ist eine Senke samt unterirdisch verlaufendem Gewässer, die Stammheim und Zuffenhausen verbindet und die heute kaum mehr wahrnehmbar ist. Durch das LEK soll diese Verbindung wieder sicht- und erlebbar gemacht und die Zerschneidung der Landschaft durch die Bundesstraße 10/27 gemildert werden.

Das LEK Hummelgraben wurde aus dem geplanten „Valentienwald“ entwickelt, einer Ausgleichsmaßnahme für die B 10/27, die allerdings nie realisiert wurde. Hintergrund für das LEK ist aber auch die geplante Bioabfallvergärungsanlage auf dem Gewann Hummelsbrunnen-Süd. Dieser hatten die Zuffenhäuser Lokalpolitiker jedoch nur unter der Bedingung zugestimmt, dass es parallele Ausgleichsmaßnahmen dafür geben wird.




Unsere Empfehlung für Sie