Die Freie Demokratische Partei ist eines der letzten ungelösten Rätsel der Menschheit. StZ-Kolumnist Erik Raidt untersucht anlässlich des Dreikönigstreffens das Mysterium FDP.
Stuttgart - Neben dem verschwundenen Bernsteinzimmer und dem untergegangenen Atlantis gilt die außerparlamentarische FDP als eines der letzten ungelösten Rätsel der Menschheit. Immer mehr Menschen fragen sich: wer oder was ist die FDP? Die Partei trägt dabei mit ihrem Verhalten nicht unwesentlich zu ihrer eigenen Mystifizierung bei: Vor dem Dreikönigstreffen in Stuttgart in dieser Woche standen auf den Werbeplakaten vier Namen: Lindner, Beer, Theurer, Rülke. Namhafte Experten haben inzwischen herausgefunden, um wen es sich bei Christian Lindner handelt – bei den anderen Namen vermuten sie, dass es sich um Fantasienamen handelt. Oder um die Sprecher einer neuen Folge der drei Fragezeichen.
Früher gab es die wunderbare Sendung Dingsda, in der Kinder Begriffe erklärt haben. Wie also könnte ein Kind diese rätselhafte FDP beschreiben?
Versprochen und gebrochen
„Die Mama sagt immer, dass das so ein Club ist, in dem immer ganz viele junge Männer vor Publikum auftreten. Die ziehen teure Kleidung an und dann reden sie auch noch ganz viel. Und wenn sie fertig gequatscht haben, dann klatschen die anderen, die ihnen zugucken. Das findet einmal im Jahr hier in Stuttgart statt und dann kommt das Fernsehen und zeigt, was die jungen Männer so für Kleidung tragen diesmal und was sie reden.
Was die reden, kapier` ich nicht. Ich habe meinen Papa gefragt, aber der hat gesagt, er kapiert auch nicht, was die reden. Papa hat erzählt, dass die ihm versprochen haben, dass er künftig mehr Geld nach Hause bringen darf, um mir mehr Spielsachen zu kaufen. Aber dann haben die ihm gar nicht mehr Geld gegeben, obwohl, sie es versprochen hatten. Das ist soooo doof! Mein Papa sagt immer, er müsste ein Hotel besitzen, nur dann würde er mehr Geld von denen bekommen. Aber wir haben leider kein Hotel, obwohl manchmal der Thomas bei mir übernachtet. Der Thomas ist mein Freund.
Und Dumbo flog um die Welt
Früher waren nicht nur junge Männer in diesem Club. Hat Mama gesagt. Bei denen gab es mal einen, der hatte voll die großen Ohren – so wie Dumbo, der Elefant. Und mit den Ohren ist er dann dauernd um die Welt geflogen. Und dann gab es einen, der hieß Shell oder so ähnlich, der war ein netter Opa und hat immer viel gesungen. Und außerdem hatten die mal einen lustigen Mann, der immer viele Witze erzählt hat. Der hieß Guido und hatte mal ein tolles Auto und war voll der Clown. Aber dann war er auf einmal beleidigt und nicht mehr so lustig, und hat immer nur ernst geguckt, und ist auch dauernd um die Welt geflogen, obwohl er viel kleinere Ohren hatte als der nette Dumbo.
Vielleicht sollten die alle in diesem Club mal wieder ein bisschen lustiger sein und weniger doll lügen. Dann würden die Menschen die auch wieder lieb haben und noch lauter klatschen, wenn die nächstes Jahr wiederkommen und ihre schöne Kleidung zeigen und dabei dauernd reden.“
Kindische Grüße, Erik Raidt