Raidt schreibt Lieber Snoop Dogg!

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Stuttgart hat beim Konzert des Rappers Snoop Dogg den süßlichen Duft der großen weiten Welt eingeatmet. StZ-Kolumnist Erik Raidt schreibt über den Einsatz eines Drogenspürhunds im Tourbus des Musikers.

Dies ist ein Rapper und kein Grasdackel. Foto: Martin Stollberg 8 Bilder
Dies ist ein Rapper und kein Grasdackel. Foto: Martin Stollberg

Stuttgart - In Stuttgart hat Snoop Dogg bei seinem Konzert einen Bonsai-Skandal verursacht. Der amerikanische Rapper trat im Höhenpark auf und kam dabei schnell zur Sache. Für manche seiner Fans offenbar zu schnell: 50 Euro für 50 Minuten Musik, das hielten viele für einen schlechten Deal. Unter den Anhängern entbrannten hitzige Debatten darüber, ob ein Rapper für seinen Auftritt höhere Minutenpreise verlangen dürfe, als sagen wir, eine Sex-Hotline. Was Herr Dogg dazu sagte, ist nicht bekannt, wäre aber, falls es bekannt geworden wäre, an dieser Stelle mit großer Sicherheit nicht zitierfähig.

Jedenfalls kam es vor dem Tourbus von Snoop Dogg zu unschönen Szenen. Einige Hip-Hopper fluchten über die „bruddaale Abzocke“, statt ordentlich zu „chillen“, wie es sich für ambitionierte Nachwuchs-Gangsta-Rapper aus dem Schwäbischen gehören würde. Die Polizei wiederum interessierte sich nicht für den Konzert-Quickie des Amerikaners, sondern für die süßlichen Duftschwaden, die aus dem Bus drangen. Die Beamten setzten daraufhin eine Drogenspürhündin ein, die im Bus 1,8 Gramm Haschisch erschnüffelte. In Worten: eins Komma acht Gramm.

Ein erkälteter Polizeihund

Für einen Rapper vom Format eines Snoopy Dogg kommt dieses Untersuchungsergebnis einem Affront gleich. Aus seinem Dunstkreis waberten Informationen an die Öffentlichkeit. So soll der Musiker die Polizei gefragt haben, ob mit dem Hund irgendetwas nicht in Ordnung sei, er sich womöglich erkältet habe und seine Nase verstopft sei. 1,8 Gramm Haschisch seien Peanuts, die trage er persönlich schon unter jedem seiner Fingernägel. Sein Tourbus sei voller Haschisch, falls dies gewünscht sei, führe er den Hund persönlich durch den Bus und zeige ihm die einzelnen Verstecke, so von Dogg zu Dog, er habe damit überhaupt kein Problem.

Falls der Hund dann immer noch nichts liefere, müsse er umgehend aus dem Polizeidienst entfernt werden, er habe schließlich als Bösewicht einen Ruf zu verlieren. Dem Vernehmen nach äußerte sich der Rapper gegenüber der Polizei wie folgt: „My dear motherf. . ., I am Snoop Dogg and not a grasdackel.“

Yo, Erik Raidt
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