Raidt schreibt Lieber Stefan Mappus!

Der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus Foto: Steinert
Der ehemalige Ministerpräsident Stefan Mappus Foto: Steinert

Über Mappus’ Mapbus, seinen Anspruch auf Pension, Zapfenstreich und Ehrensold und das Chez Stefan im Bonartz-Bau.

Leben-Ressort: Erik Raidt (era)

Stuttgart - Dieser Tage sind Sie in eine Gerechtigkeitslücke geplumpst. Es wurde bekannt, dass Sie ungeachtet Ihres hohen Alters keineswegs sofort in den Ruhestand gleiten können und als ehemaliges Regierungsmitglied erst mit 58 Jahren Anspruch auf die Pension haben.

Genau wie Sie selbst, sind auch wir als Ihre ehemaligen Untertanen fassungslos. Offenbar hat man völlig vergessen, Ihnen einen sofortigen Ehrensold anzuweisen. Auch Ihr einstiges Tourneegefährt aus besseren Tagen, der Mapbus, steht Ihnen nicht weiter als Dienstwagen zur Verfügung. Fehlt nur noch, dass der Mann mit dem lustigen Bürstenhaarschnitt in der Villa Reitzenstein die Türschlösser austauschen lässt. Das Denkwürdigste an all diesen Vorgängen bleibt: Sie, lieber Stefan Mappus, müssen weiterarbeiten.

So halten Sie heute beispielsweise einen Vortrag vor dem EnBW-Untersuchungsausschuss. Dabei hatten Sie sich gedanklich bereits auf einen Großen Zapfenstreich eingestellt – die Ihnen zu Ehren ausgerichtete Mappschiedsparty soll Ihnen im vergangenen Jahr nicht zugesagt haben.

Der Große Zapfenstreich könnte Sie für vieles entschädigen. Dem Vernehmen nach ist ein Veranstaltungsort unweit des Hauptbahnhofs dafür im Gespräch, der erst unlängst frei wurde.

Der Fahrplan für die Feier sieht vor, dass Ihnen unmittelbar nach den ortsüblichen Verspätungen die Bahncard 50 verliehen wird. Anschließend soll ein Imbiss im Bonatz-Bau nach Ihnen benannt werden. Das Chez Stefan führt selbstverständlich Big Maps auf der Speisekarte.

Es folgt der Höhepunkt. Schon seit Tagen arbeiten Sie an einer Liste mit Ihren drei Lieblingsliedern, die Sie ganz ohne die Hilfe einer Anwaltskanzlei zusammenstellen wollen.

Fraglos wird es für alle Beteiligten eine Freude, zuerst „Auf der Schwäbischen Eisenbahn“ und dann „Muss I denn zum Städtele hinaus“ zu hören. Es spielen die vereinigten Bockshornbläser, während Gaukler mit der Jonglage von Kastanien unterhalten.

Sie, lieber Stefan Mappus, besaßen schon immer ein feines Gespür. Genau wie diesmal, bei der Wahl des letzten Songs: „Mein Licht ist aus, wir gehn nach Haus. Rabimmel, rabammel, rabumm.“

Beschwingte Grüße, Erik Raidt




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