Raketenunfall in Russland Putins Superwaffe explodiert bei Test

Von /AFP 

Beim Test eines neuartigen Waffensystems kommt es in Nordrussland zu einer gewaltigen Explosion, bei der Radioaktivität freigesetzt wird. Experten vermuten, dass es sich um eine von Wladimir Putins neuen Wunderwaffen handeln könnte – den atomgetriebenen Marschflugkörper Burevestnik, Nato-Codename SSC-X-9 „Skyfall“.

Russlands Präsident Wladimir Putin setzt im Rüstungswettlauf mit den USA auf Wunderwaffen wie den atomgetriebenen Marschflugkörper Burevestnik – SSC-X-9 „Skyfall“. (Archivfoto). Foto: Vladimir Radionov/Itar-Tass/AFP 2 Bilder
Russlands Präsident Wladimir Putin setzt im Rüstungswettlauf mit den USA auf Wunderwaffen wie den atomgetriebenen Marschflugkörper Burevestnik – SSC-X-9 „Skyfall“. (Archivfoto). Foto: Vladimir Radionov/Itar-Tass/AFP

Moskau/Sewerodwinsk - Bei der Explosion eines neuartigen Waffensystem auf dem Raketentestgelände im Nordenwesten Russlands sind sieben Menschen ums Leben gekommen. Dem britischen Sender BBC und der Zeitung „The Guardian“ zufolge handelt es bei den Toten um zwei Soldaten und fünf Mitarbeiter der Atomaufsichtsbehörde Rosatom.

Das Unglück ereignete sich demnach auf einer Plattform im Meer auf dem Testgelände Nyonoska der russischen Marine, das rund 30 Kilometer von der Stadt Sewerodwinsk entfernt ist.

Über einen längeren Zeitraum wurde eine hohe radioaktive Strahlung freigesetzt. Der natürliche Wert sei in der Spitze um das 16-Fache überschritten worden, teilte der russische Wetterdienst Rosgidromet mit.

Atomgetriebener Marschflugkörper explodiert

Bei der getesteten Hightech-Waffe handelt es sich Expertenangaben zufolge um einen neuartigen Marschflugkörper vom Typ 9M730 Burevestnik (russisch für Sturmvogel) – Nato-Codename SSC-X-9 „Skyfall“ – , der von einem Mini-Nuklearreaktor angetrieben wird.

Der Reaktor wird von sogenannten Radionuklidbatterien angetrieben, die Wärmeenergie in elektrische Energie umwandeln. Dadurch hat der Flugkörper de facto eine unbegrenzte Reichweite. Er soll durch seinen Antrieb mehrmals die Erde umrunden und zugleich extrem tief fliegen können. Für US-Raketenabwehrsysteme soll die Rakete kaum zu entdecken sein.

Russland räumt ein: Test von „neuen Waffen“

Die russische Atombehörde Rosatom bestätigte, dass die fünf ums Leben gekommenen Rosatom-Rüstungsexperten an „neuen Waffen“ arbeiteten. Die Mitarbeiter seien damit beauftragt gewesen, die „isotopische Energiequelle“ für eine Rakete zu betreiben, die auf der Plattform getestet wurde.

US-Spezialisten vermuteten bereits kurz nach dem Zwischenfall, dass Russland an einer neuen atomar betriebenen Rakete arbeitet.

Die „New York Times“ hatte berichtet, US-Geheimdienste vermuten dahinter den von der Nato als SSC-X-9 „Skyfall“ bezeichneten Marschflugkörper. Dieser werde atomar betrieben und könne deshalb besonders weit fliegen.

Putins Hightech-Rüstung

Am 1. März 2018 hatte Russlands Präsident Wladimir Putin sechs neue Waffen angekündigt, darunter den atomgetriebenen Marschflugkörper SSC-X-9-“Skyfall“. Putin bezeichnete ihn als „unbezwingbar“ und für die gegnerische Luftabwehr „nicht aufzuspüren“.

Zu den Higtech-Waffensystemen gehören außerdem die Hyperschallwaffe Awangard, die Boden-Luft-Rakete Kinschal, die Interkontinentalrakete Sarmat und die Unterwasserdrohne Poseidon.

Trump twittert über russische Super-Rakete

Präsident Donald Trump twitterte, die Explosion habe die Menschen in der Umgebung und darüber hinaus beunruhigt. Er erwähnte dabei auch einen möglichen Namen des Raketentyps: „Skyfall“. Trump erklärte, die USA würden viel aus der Explosion lernen. „Wir haben eine ähnliche, wenn auch weiter fortgeschrittene Technologie.“

Der Kreml widersprach umgehend: Russische Waffen seien den amerikanischen voraus. Sprecher Dmitri Peskow empfahl dem US-Präsidenten, sich bei seinen Äußerungen auf die russischen Angaben zu stützen.