Ralf Michelfelder Landeskriminalamt bekommt neuen Chef

Von SIR/dpa 

Der derzeitige Aalener Polizeipräsident, Ralf Michelfelder, wird neuer Chef des Landeskriminalamts. Er wurde am Dienstag von Innenminister Reinhold Gall auf den Posten berufen.

Innenminister Reinhold Gall, der zukünftige LKA-Präsident Ralf Michelfelder und der stellvertretende LandespolizeipräsidentDietrich Moser von Filseck (von links). Foto: Innenministerium Baden-Württemberg
Innenminister Reinhold Gall, der zukünftige LKA-Präsident Ralf Michelfelder und der stellvertretende Landespolizeipräsident Dietrich Moser von Filseck (von links). Foto: Innenministerium Baden-Württemberg

Stuttgart/Aalen - Ralf Michelfelder heißt der künftige Chef des Landeskriminalamts (LKA) in Baden-Württemberg. Innenminister Reinhold Gall (SPD) berief den derzeitigen Polizeipräsidenten in Aalen (Ostalbkreis) am Dienstag auf den Posten. Der 55-Jährige tritt zum 15. August die Nachfolge von Dieter Schneider an, der Ende März mit 61 Jahren in den Ruhestand gegangen war. Gall sei froh, für diese „herausragende Führungsaufgabe einen kompetenten Kriminalisten gewinnen“ zu können, der das „Metier von der Pike auf gelernt hat“.

Michelfelder ist seit 1981 im Polizeidienst. In den 1990ern war er für vier Jahre Leiter der Inspektion für Operative Aufgaben beim LKA gewesen. Er leitete die Dienststelle Waiblingen (Rems-Murr-Kreis) und wirkte bei der Umsetzung der Polizeireform mit. „Das ist eine große Ehre und Höhepunkt in der Karriere als Kriminalpolizist“, sagte Michelfelder der Deutschen Presse-Agentur nach seiner Berufung.

Kampf gegen Internet-Kriminalität im Vordergrund

Ihm sei wichtig, dass das LKA nicht primär Fachaufsichtsbehörde sei, sondern „Vorbild in Kompetenz und Qualität“ für die Polizei im Südwesten. „Wir müssen neue Herausforderungen angehen, bevor wir überrollt werden“, sagte der 55-Jährige. Michelfelder will sich als LKA-Chef vor allem dem Kampf gegen Internet-Kriminalität widmen. „Wir sind mittendrin in einer digitalen Revolution der Verbrechenswelt“, sagte er. Straftaten würden heute global begangen, im Internet sei eine Parallelgesellschaft entstanden. Hacker könnten sich in die Steuerung von Autos einloggen.

Früher habe man zum Geldfälschen noch wertvolle Druckerplatten benötigt. „Da genügt heute ein guter Scanner, Farbkopierer und Hologramme aus dem Internet“, sagte Michelfelder. Cybercrime sei mittlerweile ein „Konglomerat von nahezu jeder Art von Straftat“.

Seit 2012 gibt es im LKA bereits die Abteilung Cybercrime und Digitale Spuren. Die Bekämpfung von Internet-Kriminalität erfordere enormen Aufwand und Spezialisierung der Ermittler. „Es ist eine Hase-und-Igel-Situation“, sagte Michelfelder. „Wir sind bemüht, Schritt zu halten.“

Der künftige LKA-Chef will deshalb auch die Industrie ins Boot holen, um die Folgen und Risiken neuer technischer Entwicklungen abzuschätzen. „Wir müssen frühzeitig mit der Industrie die Risiken eindämmen“, sagte Michelfelder.

Eine weitere Herausforderung sieht er im anstehenden Generationenwechsel im LKA. Derzeit seien dort mehr als 1100 Mitarbeiter beschäftigt. „In den nächsten acht Jahren gehen rund 40 Prozent der Ermittler in den Ruhestand“, sagte er. Die Kompetenz müsse ersetzt werden. „Ein zeitnaher Wissenstransfer ist notwendig, aber 40 Prozent in acht Jahren sind eine riesige Herausforderung.“