Der Rapper Cro macht mittlerweile auch in Malerei. Unter dem Künstlernamen Carlito findet er eine weitere Spielart für sich.

Seit der Coronazeit beschäftigt sich Cro mehr mit der Malerei. „Ich habe viele Dinge ausprobiert und erste Kunstwerke öffentlich gemacht“, sagte der Künstler. „Das ist ein bisschen so ein kleiner Step, den ich gerade ernst nehme und den ich perfekt machen will.“ Er habe schon immer gerne gemalt, auch in der Schule. „Ich bin eher so ein visueller Typ“, so der Rapper mit der Pandamaske. „Auch wenn ich etwas erkläre, dann mal ich es.“ Seine Kunstwerke veröffentlicht Cro unter dem Alias „Carlito“ – möglicherweise findungsreich abgeleitet von seinem bürgerlichen Namen Carlo Waibel.

Mit einem Bild könne er viel mehr anfangen. „Wenn mir jemand stundenlang irgendwas vorliest, dann höre ich weniger zu, als wenn er mir ein Bild zeigt“, sagte Cro, der ursprünglich aus dem Großraum Stuttgart kommt und 2011 mit „Easy“ den Durchbruch schaffte. Mittlerweile ersetzt der Pop-Rapper Cro häufig die Pandamaske durch einen futuristischen Helm.

Die Kreativität und Inspiration für Kunst könne man nicht erzwingen, meint er. Am effektivsten sei ein Zusammenspiel aus „einfach machen und ein bisschen Ego zurückstecken und nicht immer diesen Anspruch an Perfektionismus haben“, so der schwäbische Künstler. „Irgendwann muss man auch sagen, okay, das ist anscheinend gut genug, also raus damit.“

Work-Life-Balance

Es sei allerdings nicht immer leicht, die richtige Balance zwischen drei Stunden in der Sonne rumliegen und dann wieder drei Stunden arbeiten zu finden. „Ich bin ein Arbeitstier, wenn man nicht aufpasst, dann esse ich den ganzen Tag nichts und arbeite die ganze Zeit“, sagte der Künstler. Manchmal könne es aber auch sein, dass er zwei Wochen gar nichts mache. Das sei dann auch nicht gut, und ihm werde schnell langweilig. „Das muss man echt lernen und sich auch dazu zwingen, das ist wie ins Gym gehen oder so“, sagte er.

Mit seiner Malerei sieht sich Cro jedenfalls noch lange nicht am Ende, es gebe tausend Möglichkeiten, Farbe auf etwas zu bringen. „Ich male mit Acryl, den nächsten Tag mit Öl, dann hab ich Ölstifte, dann Airbrush, dann klebt man irgendwas mit Tape“, schwärmt er. „Überall, wo ich bin, kauf ich mir Stifte, ich bin auch schon ein bisschen süchtig danach.“