Rasenplatz in Filderstadt Zuschauer-Plätze sind Stadträten wichtig

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Der Rasenplatz in Filderstadt-Sielmingen wird saniert. Doch damit nicht genug. Auch die Tribüne soll erneuert werden. Und zwar auf der vollen Länge, obwohl die Verwaltung dagegen ist.

Die marode Tribüne beim Sielminger Rasenplatz wird auf der ganzen Länge saniert. Foto: Otto-H. Häusser
Die marode Tribüne beim Sielminger Rasenplatz wird auf der ganzen Länge saniert. Foto: Otto-H. Häusser

Sielmingen - Die Entscheidung hatte sich bereits im Technischen Ausschuss angedeutet. Dort hatte die CDU/FDP-Fraktion in nicht-öffentlicher Sitzung beantragt, dass alle sogenannten Stehstufen auf dem Sportplatz in Sielmingen saniert werden. Die Verwaltung wollte eigentlich nur drei Viertel dieser Tribüne erneuern. Hintergrund ist, dass dann die Sanierung der maroden Stufen 342 000 Euro gekosten hätte – 32 000 Euro weniger als bei der Vollsanierung.

Im Gemeinderat verteidigte Stadtrat Ulrich Steck für die CDU/FDP-Fraktion den abweichenden Antrag. Die Sanierung der Sportanlage sei bereits im Jahr 2008 beschlossen worden. 2013 sei die Sache erneut geprüft worden. „Es steht außer Frage, dass eine Sanierung notwendig ist“, sagte er. Die Stehstufen müssten aus Sicherheitsgründen erneuert werden.

Stadtrat Armin Stickler (Grüne) erklärte dagegen, dass man bei der Sanierung zwischen dem Rasenplatz und der Tribüne unterscheiden müsse. „Der Rasenplatz steht außer Diskussion“, sagte er. Bei der Sanierung der Tribüne reiche auch die Sparlösung aus, bei der nur 455 von derzeit 630 Plätzen erhalten würden. Ansonsten sei der Kosten-Nutzen-Faktor nicht gegeben, sagte er.

„Anerkennung für die Jugendarbeit“

Dies sah Richard Briem (FW) allerdings anders. Schon aus optischen Gründen müsse die ganze Tribüne erhalten werden. Ansonsten endet sie ja am Strafraum“, sagte er. Es sei eine Anerkennung der guten Jugendarbeit des TSV, wenn man die Betonstufen saniere.

Tatsächlich ist der Sportverein neben den dortigen Schulen der Hauptnutzer der Anlage. Auf den Plätzen trainieren und spielen zwei Herren-, eine Senioren-, eine Freizeit- und acht Jugendmannschaften Fußball. Weil der Rasenplatz während der Erneuerung nicht genutzt werden kann, müssen sich die Fußballer beim Training vor allem den benachbarten Kunstrasenplatz teilen. Falls der neue Rasenplatz eingesät wird, kann er nach einem Sanierungsbeginn im Mai 2018 erst im Juni 2020 wieder benutzt werden. Die Alternative wäre, einen Rollrasen auszulegen. Dann könnte der Spielbetrieb bereits im April 2019 wieder starten.

Der Vorsitzende des TSV Sielmingen, Horst Alber, sagte auf Anfrage unserer Zeitung, dass es natürlich wünschenswert sei, möglichst bald wieder auf dem Rasenplatz spielen zu können. Man werde jedoch auch mit der längeren Sperrung des Platzes zurechtkommen. Zumal der Rollrasen 69 000 Euro mehr kosten würde.

„Das sieht optisch besser aus“

Der Verein wünscht sich aber gleichzeitig die Sanierung der ganzen Tribüne. „Das sieht optisch besser aus“, sagt Alber. Außerdem könne so der Hang dort besser befestigt werden. Schließlich komme es vor, dass für Spiele der Fußballjugend der Platz halbiert werde. Dann würden auf der einen Seite Zuschauerplätze fehlen.

Bei der Gemeinderatssitzung wurde schließlich über den Rasenplatz und die Tribüne getrennt abgestimmt. Während es beim Beschluss für die Sanierung des Sielminger Spielfeldes nur eine Enthaltung gab, votierten einige Gemeinderatsmitglieder gegen den Antrag der CDU/FDP, die Tribüne zu hundert Prozent zu erneuern. Dies waren neben den sechs Stadträten der Grünen, eine SPD-Stadträtin sowie Oberbürgermeister Christoph Traub. Es gab auch in diesem Fall eine Enthaltung.