Raser in Leinfelden-Echterdingen Wo nicht nur Katzen gefährlich leben

Auf der Weidacher Steige in Stetten, seie viele Autofahrer zu schnell unterwegs, sagt eine Anwohnerin, die dort bereits zwei Katzen verloren hat. Foto: dpa
Auf der Weidacher Steige in Stetten, seie viele Autofahrer zu schnell unterwegs, sagt eine Anwohnerin, die dort bereits zwei Katzen verloren hat. Foto: dpa

Eine Frau aus Leinfelden-Echterdingen beklagt sich über Raser auf der Weidacher Steige. Sie habe schon zwei Katzen verloren, erzählt sie. Doch Sorgen macht sie sich nicht nur um ihre Haustiere.

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Stetten - Zehn Monate war Amy, als sie überfahren wurde. Kurz zuvor hatte Tina Ward das Kätzchen aus Italien mit nach Stetten gebracht. In der alten Heimat drohte es zu verhungern, sagt sie. „Nur um dann hier überfahren zu werden, da macht man sich schon Vorwürfe.“ Zerknirscht steht sie im Garten vor den Katzengräbern. In Amys letzter Ruhestätte steckt ein dünner Stab mit einem roten Herzen. Eine andere Katze, die dort liegt, ist erst in hohem Alter gestorben. Und dann ist da noch Cooper begraben – auch er ist in Stetten unter die Räder gekommen. Genau wie Amy in der 30er-Zone.

Vor zwei Jahren ist Cooper unter die Räder gekommen

„Es muss sich etwas tun“, sagt Tina Ward. Sie wohnt seit 18 Jahren hier und beobachtet, wie die Autofahrer immer schneller die Weidacher Steige hoch- und runterflitzen. Vor zwei Jahren sei Cooper nachts an der Kreuzung zur Haldenstraße überfahren worden. „Der war schon neun damals und sehr erfahren, das heißt, da muss schon ordentlich Gas gegeben worden sein“, sagt Ward. Eigentlich gilt in dem Gebiet Tempo 30. „Wenn ich da 30 fahre, kleben die mir hinten auf der Stoßstange, eine hat sogar mal versucht, mich zu überholen.“

Ihr geht es nicht vorrangig um die Sicherheit ihrer Katzen. Sie macht sich Sorgen, dass eines Tages ein Kind unters Auto kommt. Direkt an der Weidacher Steige ist ein Kinderhaus, ein paar Meter weiter ein Spielplatz. Das Kinderhaus hat den Eingang eingezäunt, damit die Kinder nicht ungehindert auf die Straße rennen können. „So was sollte man in einer 30er-Zone nicht machen müssen“, sagt Tina Ward.

Schon lange sei sie mit der Polizei und der Stadt Leinfelden-Echterdingen in Kontakt, sagt sie. Immer wieder habe sie darum gebeten, einen festen Blitzer aufzustellen. Ab und an stehe dort ein mobiler Blitzer. „Aber den kennt jeder, da tut man dann langsam, und am nächsten Tag rast man wieder“, sagt Ward. Eine andere Idee seien Bodenwellen, die ausbremsen sollen. Und unbedingt sollte man mehr 30er-Schilder aufstellen.

Mobile Blitzer sollen hier helfen

Es gibt nur an den Zufahrten zur 30er-Zone ein Schild, da in einer Zone die Geschwindigkeitsschilder nicht wiederholt werden. Gerd Maier, der Leiter des Ordnungsamtes Leinfelden-Echterdingen, kennt die Situation an der Weidacher Steige. „Die Straße ist breit und steil, schon wenn man das Auto nur runter rollen lässt, wird man schneller als 30“, sagt er. Tempoüberschreitungen will die Stadt mit mobilen Blitzern in den Griff bekommen. Offenbar wirkt das auch. Zwischen Februar und April gab es laut Gerd Maier vier Messungen, bei denen immer weniger Raser erwischt wurden. „Sobald die Kontrolldichte weniger wird, ist die Quote beim nächsten Mal wieder höher“, sagt Maier. Auch wenn es Ausreißer gebe, seien die Tempoüberschreitungen im Schnitt aber vernünftig. Außerdem: Zwar ist die Geschwindigkeit ein bekanntes Thema an der Weidacher Steige, aber mit Unfällen gebe es an dieser Stelle keine Probleme.

„Es muss erst etwas passieren, bevor reagiert wird“, sagt derweil Tina Ward. Ihre beiden verbliebenen Katzen lässt sie künftig nicht mehr auf die Straße. Sie will sie aber auch nicht einsperren. Deshalb zäunt sie im Garten alles ein und kauft sich ein großes Netz. „Das ist wie so ein Gefängniszaun, aber zum Glück ziemlich durchsichtig“, sagt sie.




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