Tödlicher Unfall in Ludwigsburg Raserunfälle sind keine Seltenheit – mit Tempo 100 durch die Stadt

, aktualisiert am 21.03.2025 - 15:09 Uhr
Bei dem Unfall am Donnerstagabend in Ludwigsburg kamen zwei unbeteiligte Frauen zu Tode. Foto: KS-Images.de //Andreas Rometsch

Der aktuelle Unfall in Ludwigsburg, bei dem zwei unbeteiligte Frauen in der Schwieberdinger Straße getötet wurden, erinnert an frühere Unfälle, die durch Raser verursacht wurden.

Ludwigsburg: Frank Ruppert (rup)

Der tödliche Unfall in der Schwiebderdinger Straße, bei dem nach einem mutmaßlich illegalen Autorennen zwei unbeteiligte Frauen starben, ist nicht der erste Vorfall dieser Art in der Region. Erinnerungen werden wach an den März 2019. Damals raste ein 20-Jähriger mit einem gemieteten Jaguar mit mehr als Tempo 160 durch die Rosensteinstraße im Stuttgarter Norden.

 

Die Fahrt endete fatal, der 20-Jährige fuhr mit dem Wagen in das Auto eines jungen Paares. Der 25-jährige Fahrer und seine 22 Jahre alte Partnerin auf dem Beifahrersitz waren sofort tot. Der Unfallfahrer soll damals mit einem Tempo von bis zu 168 Stundenkilometern durch die Rosensteinstraße gerast sein.

Im Februar 2023 fuhr ein 20-Jähriger in Heilbronn mit einem BMW 640D, der über 300 PS verfügt, mit etwa 100 Stundenkilometer durch eine Wohnstraße, in der 40 erlaubt ist. Er kollidierte mit dem Auto einer Familie, das gerade aus der Ausfahrt herausrollte. Der Vater war auf der Stelle tot, die Mutter und die Töchter wurden schwer verletzt.

Der Unfallort in der Schwieberdinger Straße in Ludwigsburg. Foto: KS-Images.de / /Karsten Schmalz

Ein weiterer Raserunfall endete wohl nur zufällig nicht tödlich. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 120 Kilometern pro Stunde fuhr im April 2023 ein 22-Jähriger nachts durch Zuffenhausen. Im Stil eines Rallyefahrers driftete er mit seinem BMW rund 25 Meter lang durch eine Rechtskurve, verlor dabei die Kontrolle über sein Fahrzeug und krachte mit knapp 50 Kilometern pro Stunde in ein entgegenkommendes Taxi. In beiden Wagen wurden Fahrer und Beifahrer verletzt. Zwei 18 Jahre alte Frauen, die im Fond des Autos des Unfallverursachers saßen, kamen mit dem Schrecken davon.

Raserunfälle: Eine alarmierende Statistik für Ludwigsburg

Diese Fälle stechen heraus, aber Raser sind kein seltenes Phänomen in der Region. Wie gefährlich das ist, zeigt ein Blick auf die Statistik des Polizeipräsidiums Ludwigsburg für die Landkreise Ludwigsburg und Böblingen. Denn überhöhte Geschwindigkeit ist bei mehr als 20 Prozent aller schweren Unfälle die Ursache. Auf Platz zwei folgt mit deutlichem Abstand eine Verletzung der Vorfahrtsregel.

Dass es im Kreis Ludwigsburg und auch an der Schwieberdinger Straße immer wieder Probleme mit Rasern und illegalen Rennen gibt, zeigen Polizeimeldungen aus den vergangenen Jahren.

Raser im Visier: Polizei stoppt illegales Autorennen

Erst im November 2024 hatte die Polizei in Bietigheim-Bissingen ein verbotenes Autorennen unterbunden. Einer Streife waren auf der Stuttgarter Straße zwei Wagen – ein Audi und ein BMW – aufgefallen, die sehr dicht hintereinander und mit überhöhtem Tempo in Richtung Bahnhof unterwegs waren. An der Kreuzung zur Bahnhofstraße trennten sich die Autos allerdings, weshalb die Polizei sich dazu entschied, dem vorausfahrenden Audi weiter in Richtung Ludwigsburg zu folgen. Dessen Fahrer war teilweise mit deutlich mehr als Tempo 100 unterwegs.

Im Mai 2024 hatte sich ein 21-Jähriger in Ludwigsburg eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert. Der Mercedes war den Beamten gegen 1.30 Uhr nahe der Heilbronner Straße aufgefallen, da dessen Fahrer deutlich zu schnell und ohne Licht unterwegs war. Der Kontrolle entzog sich der 21-Jährige, indem er aufs Gaspedal trat und über die Reuteallee, den Rosenackerweg, die Heutingsheimer Straße und die Heuchelbergstraße flüchtete – teils mit mehr als Tempo 100.


Im Juni 2023 lieferten sich zwei 19 Jahre alte Frauen ein Rennen durch Ludwigsburg. Die beiden bogen mit einem BMW und einem VW nachts aus der Einfahrt eines Supermarktes in die Schwieberdinger Straße und fuhren danach rasant in Richtung Innenstadt. Hierbei wechselten sie mehrmals die Fahrspuren und schnitten sich gegenseitig. Die 19-Jährige am Steuer des VW wäre bei einem weiteren Spurwechsel gar fast mit einem Streifenwagen kollidiert.

Mit bis zu 300 Stundenkilometern auf der Flucht

Im Januar 2023 war ein 39-Jähriger in seinem Mercedes AMG GT 63 S auf der Flucht, 41 Streifenfahrzeuge und ein Polizeihubschrauber hatten die Verfolgung aufgenommen. Um die Einsatzkräfte abzuschütteln, war der Mann mit bis zu 300 Kilometern pro Stunde auf den Autobahnen rund um Stuttgart unterwegs, unter anderem bei Ludwigsburg.

Im November 2021 war ein 22-Jähriger mit 100 Stundenkilometern in seinem 5er-BMW durch Ludwigsburg gebrettert. Wie die Polizei mitteilte, hatte er an der Kreuzung Schwieberdinger Straße und Friedensstraße an einer roten Ampel neben einem grauen 3er-BMW angehalten. Als die Ampel auf Grün sprang, gaben beide Gas. Der 22-Jährige erreichte dabei laut Polizei eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 100 Kilometern in der Stunde. Der Mann im zweiten BMW machte sich aus dem Staub.

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