Rassismus in sozialen Medien Diskriminiert Instagram schwarze Nutzer?

Auch der Fotodienst Instagram macht sich in Zeiten der Black-Lives-Matter-Bewegung Gedanken, wie diskriminierende Benachteiligungen ausgemerzt werden können. (Symbolbild) Foto: imago images/photothek/Thomas Trutschel
Auch der Fotodienst Instagram macht sich in Zeiten der Black-Lives-Matter-Bewegung Gedanken, wie diskriminierende Benachteiligungen ausgemerzt werden können. (Symbolbild) Foto: imago images/photothek/Thomas Trutschel

In Zeiten der Black-Lives-Matter-Bewegung stehen soziale Netzwerke vor der Frage, ob sie alle User gleichbehandeln. Instagram will daher seine Richtlinien auf etwaige rassistische Benachteiligungen prüfen.

Stuttgart - In den vergangenen Wochen haben sich unzählige Menschen auf Instagram für die schwarze Community starkgemacht, unter dem Stichwort „Black Lives Matter“ ist eine Bewegung entstanden, die virtuell die ganze Welt erfasst hat. Doch jetzt fragt sich der beliebte Foto- und Videodienst: Wie gleichberechtigt treten verschiedene ethnische Gruppen eigentlich auf Instagram auf?

Dessen CEO Adam Mosseri hat nun in einem Blogpost angekündigt, die Richtlinien und Algorithmen der Plattform zu prüfen. So soll sichergestellt werden, dass die zu Facebook gehörende Foto-Plattform niemanden diskriminiert.

Werden schwarze Stimmen unterdrückt?

Obwohl Instagram eine Plattform sei, die sich für die schwarze Community einsetze, würden sich schwarze User oft benachteiligt fühlen, schreibt Mosseri – dieser Ironie sei er sich bewusst. Es würden Bedenken geäußert, ob die Richtlinien wirklich alle Nutzer gleichbehandeln, so der Chef der Onlineplattform.

„Menschen auf der ganzen Welt fordern gerade zu Recht Taten statt Worte, und wir schulden unserer Community dasselbe“, verkündet Mosseri. Sein Blogpost trägt die Überschrift „Ensuring Black Voices are Heard“.

Diese vier Punkte will Instagram verbessern

Um Gleichberechtigung zu schaffen und schwarze Instagram-Nutzer künftig besser zu schützen, soll die Plattform in vier Kernpunkten untersucht werden: Erstens müssen mögliche Lücken in den Richtlinien, die zur Belästigung bestimmter Gruppen führen, geschlossen werden. Zweitens sollen die Kriterien zur Verifizierung von Accounts überprüft werden, damit sie keine Gruppen bevorzugen oder benachteiligen.

Drittens soll die Verbreitung von Inhalten auf den Explore- und Hashtagseiten auf etwaige Verzerrungen untersucht werden. Insbesondere sollen die Filter auf sogenanntes „Shadowbanning“, also die unbegründete Einschränkung der Sichtbarkeit Einzelner, geprüft werden. Hier will der Onlinedienst zukünftig mehr Transparenz zeigen. Auch seine Algorithmen will der Dienst genau unter die Lupe nehmen und so vermeiden, dass sich verzerrte Wahrnehmungen in der Gesellschaft ins Netz übertragen.

Sehen Sie im Video, wie Instagram gegen Rassismus und Diskriminierung vorgehen will:

Mehr über rassistische Erfahrungen auf Instagram lesen Sie hier: Und täglich grüßt der Rassismus

Nicht nur schwarze Nutzer sollen davon profitieren

Bis diese Punkte geprüft und Maßnahmen ergriffen werden, werde es einige Zeit dauern, betont der CEO, es werde aber regelmäßig Updates zum Fortschritt geben. Mosseri sagt auch, dass es nicht bei der Überprüfung von Ungleichheiten aufgrund der Hautfarbe bleiben soll, auch andere benachteiligte Gruppen will Instagram künftig besser unterstützen.

„Unser Ziel ist es, dass Instagram ein Ort ist, an dem sich jeder sicher, unterstützt und frei fühlt, sich selbst auszudrücken“, so Mosseri. „Ich hoffe, dass wir mit diesen Maßnahmen unserem Ziel näherkommen.“




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