Nach heftigen Rassismus-Vorwürfen meldet sich Gianluca Prestianni selbst zu Wort. Der Offensivspieler von Benfica Lissabon weist die Anschuldigungen entschieden zurück und spricht von einem Missverständnis.

Digital Desk: Kai Winderl

Der mutmaßliche Rassismus-Vorfall im Playoff-Hinspiel der Champions League zwischen Benfica Lissabon und Real Madrid hat ein Nachspiel. Die Europäische Fußball-Union UEFA kündigte an, die vor allem von Real-Star Vinícius Junior erhobenen Vorwürfe gegen Benfica-Profi Gianluca Prestianni zu untersuchen. Der 20-Jährige soll Vinícius Junior nach dessen Siegtor und einem von den Benfica-Spielern als provokant wahrgenommenem Jubel rassistisch beleidigt haben. Nun meldete sich Prestianni zu Wort.

 

Vinicius: "Rassisten sind Feiglinge"

Um Punkt Mitternacht meldete sich Vinicius Junior zunächst selbst zu Wort. „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Hemd über den Mund ziehen, um zu zeigen, wie schwach sie sind“, schrieb der Starstürmer von Real Madrid mit etwas Abstand nach dem 1:0 (0:0) im Play-off-Hinspiel der Champions League bei Benfica Lissabon in seiner Instagram-Story: „Nichts von dem, was heute geschehen ist, ist neu in meinem Leben oder im Leben meiner Familie." 

Was sein Gegenspieler Gianluca Prestianni genau gesagt habe, verschwieg Vinicius in seinem Statement. Das hatten zuvor schon seine Teamkollegen übernommen. „Der Spieler mit der Nummer 25 hat Vini fünfmal als Affen bezeichnet. Das habe ich selbst gesehen“, wütete Kylian Mbappé laut spanischen Medienberichten in den Katakomben - und holte gegenüber Prestianni fassungslos zum Rundumschlag aus. „Wir können nicht akzeptieren, dass sich ein Spieler, der in Europas wichtigstem Wettbewerb spielt, so verhält“, sagte Mbappé bei Movistar über den Benfica-Stürmer: „Wir müssen ein Vorbild für all die Kinder sein, die zu uns aufschauen. Es gibt Dinge, die wir nicht akzeptieren können." 

Prestianni weist Rassismus-Vorwürfe von sich

Prestianni bestritt dies in einer Stellungnahme auf Instagram: „Ich möchte klarstellen, dass ich zu keinem Zeitpunkt rassistische Beleidigungen gegen Vinícius Junior gerichtet habe, der leider das, was er zu hören glaubte, falsch interpretiert hat.“ Er sei niemals rassistisch gegenüber irgendjemandem gewesen und bedauere, dass ihn Real-Spieler bedroht hätten.

Mund von Benfica-Profi war nicht zu sehen

Prestianni hatte sich bei der verbalen Auseinandersetzung das Trikot über Mund und Nase gezogen. „Rassisten sind vor allem Feiglinge. Sie müssen sich das Trikot in den Mund stopfen, um ihre Schwäche zu demonstrieren“, schrieb Vinícius Junior bei Instagram. „Doch sie genießen den Schutz anderer, die theoretisch zur Bestrafung verpflichtet sind.“

Schiedsrichter François Letexier aus Frankreich hatte nach der Vinícius-Junior-Beschwerde die Partie am Dienstagabend im Estádio da Luz für mehrere Minuten unterbrochen. Mit gekreuzten Armen hatte er angezeigt, dass das Anti-Rassismus-Protokoll der UEFA durchlaufen wird.