Rassismus-Vorwürfe gegen Smoothie-Hersteller True Fruits sorgt mit Kampagne für Aufregung

Von sah 

Mit seiner österreichweiten Plakatkampagne heizt der Smoothie-Hersteller True Fruits eine Diskussion über die Grenzen der Werbung an. Einige werfen dem Unternehmen Rassismus vor.

Die neuen Motive der True Fruits Kampagne sind umstritten. Foto: True Fruits
Die neuen Motive der True Fruits Kampagne sind umstritten. Foto: True Fruits

Stuttgart - Der Saft- und Smoothie-Hersteller True Fruits hat eine umstrittene Österreichkampagne gestartet. Auf rund 1.600 Flächen zeigt True Fruits vier neue Plakatmotive. Mit Sprüchen wie „Schafft es selten über die Grenze“ neben einer schwarzen Flasche sorgen die Saftmacher für Diskussionen. Vor allem im Internet ernten die neuen Plakate Kritik.

Im Gespräch mit dem Online-Magazin Horizont versuchte eine Sprecherin von True Fruits, für Klarheit zu sorgen. Zu dem Spruch „Schafft es selten über die Grenze“ erklärte die Sprecherin, dass die beworbene Sorte „Smoothie White“ in der schwarzen Flasche sich in Österreich bisher nicht gut verkauft habe. True Fruits kommt ursprünglich aus Deutschland. Das Motiv sei aber auch auch als Kritik an der aktuellen europäischen Flüchtlingspolitik aufzufassen.

True Fruits bezieht Stellung zu rechtem Gedankengut

Teil der Kampagne ist ein Plakat mit dem Schriftzug „Noch mehr Flaschen aus dem Ausland“. Ein 221 Quadratmeter großes Poster mit der Werbung hängt am Naschmarkt in Wien.

Laut der Sprecherin ist das Motiv ein selbstironischer Hinweis auf die deutsche Herkunft des Smoothie-Herstellers. Bekanntlich ist das Verhältnis von Deutschen und Österreichern gelegentlich von Animositäten geprägt. Die drei Flaschen neben dem Schriftzug erinnern entfernt an die deutschen Nationalfarben.

Weitere Sprüche der Kampagne sind „Eure Heimat braucht uns jetzt“ und „Bei uns kannst du kein Braun wählen“. Letzteres sei eine Absage an rechtes Gedankengut, wie die Sprecherin sagte.

Im Internet sind die Meinungen geteilt

Auf den sozialen Netzwerken gehen die Meinungen über die Kampagne auseinander. Unter dem Hashtag #jetztösterreichts diskutieren einige Nutzer auf Twitter. Viele empfinden die Kampagne als gelungen.

Andere User meinen, die Kampagne gebe Rassismus eine Plattform.

Diese Aufregung verstehen andere wiederum nicht.

Nicht die erste heikle Kampagne

Die Plakatkampagne läuft noch bis Ende August in Österreich. Laut Informationen von True Fruits sollen 75 Millionen Menschen erreicht werden. True Fruits ist schon 2016 mit einer heiklen Kampagne aufgefallen. Die Plakatreihe „Samenstau“ wurde teilweise sogar verboten.