Rathausbau in Remseck Die Neue Mitte soll günstiger ausfallen

Von Julian Illi 

Die Verwaltung fürchtet eine Kostenexplosion beim Bau der Neue Mitte. Daher hat man alle Pläne noch einmal überarbeitet – und die Zusammenarbeit mit den bisherigen Architekten beendet.

Das neue Rathaus und die Stadthalle sollen direkt nebeneinander entstehen. Foto: Stadt  Remseck
Das neue Rathaus und die Stadthalle sollen direkt nebeneinander entstehen. Foto: Stadt Remseck

Remseck - Die Geschichte ist beinahe so alt wie die Stadt Remseck selbst: an geeigneter Stelle sollte, so der Willen von diversen Stadtoberhäuptern in den vergangenen 40 Jahren, ein neues Zentrum für Remseck entstehen. Mit neuer Stadthalle und vor allem mit einem neuen, zentralen Rathaus statt der sechs Verwaltungssitze, verteilt über alle Ortsteile. Allein: gebaut wurde bis heute nichts. Genau das wollen Karl Velte, der Bauamtsleiter, und Oberbürgermeister Dirk Schönberger bald ändern: Im Oktober kommenden Jahres, so ihre feste Absicht, soll der Spatenstich für das neue Rathaus erfolgen. Dass es bis dahin noch einige Hürden gibt, zeigen aber die jüngsten Entwicklungen.

Nach den neuen Plänen kostet das Rathaus gut elf Millionen

„Wir haben im April erst einmal die Pausetaste gedrückt“, erklärt Schönberger. In den vergangenen sechs Monaten, also seit Velte seinen Posten als Stadtplaner angetreten hat, habe man die kompletten Pläne für das neue Rathaus und die neue Stadthalle noch einmal durchgerechnet. Mit dem Ergebnis, dass die Kosten wohl in die Höhe geschossen wären. Allein für das Rathaus errechnete man Baukosten von rund 14 Millionen, bei den ersten Planungen im Jahr 2010 war man von rund zehn Millionen ausgegangen. Velte und Schönberger setzten daher im Sommer den Rotstift an: Die Natursteinfassade fiel diesem ebenso zum Opfer wie Teile der aufwendigen Säulenkonstruktion. Auch soll das Gebäude insgesamt weniger luftig gestaltet sein. „Ein Rathaus ist ein Zweckbau“, meint Velte, dementsprechend müsse man bei der Gestaltung manchmal Abstriche machen. Erwartungsgemäß weniger pragmatisch sah das offenbar das Architekturbüro o5 aus Frankfurt, das 2013 den Realisierungswettbewerb gewonnen hatte. Nachdem man in monatelangen Verhandlungen zu keinem Kompromiss gekommen sei, habe man daher beschlossen, die Zusammenarbeit zu beenden, sagt Velte. Und Schönberger meint: „Wir brauchen einfach ein Gebäude, das zu Remseck passt.“

Im Oktober 2016 sollen die Arbeiten beginnen

Durch die Ausstattungs-Diät hofft er, rund drei Millionen Euro einzusparen. Das neue Rathaus wird nach den überarbeiteten Plänen mit rund 11,5 Millionen Euro zu Buche schlagen, die Tiefgarage drunter mit rund 2,5 Millionen. Dass sich damit trotzdem eine Kostensteigerung im Vergleich zu 2010 ergibt, begründet Schönberger vor allem mit den gestiegenen Preisen im Bausektor: „Wir müssen die Steigerung aber in einem erträglichen Maß halten.“

Entstehen soll für das Geld ein viergeschossiges Gebäude auf dem Gelände des heutigen Verwaltungssitzes in Neckarrems. Mit rund 15 Metern Höhe und 6000 Quadratmetern Fläche „wird das schon ein markantes Objekt“, macht Velte klar. Pünktlich zur Remstal-Gartenschau im Jahr 2019 will die Verwaltung einziehen.

Durch das erneute Prüfen aller Pläne ist laut dem Oberbürgermeister zwar rund ein halbes Jahr verloren gegangen. „Aber lieber dauert es ein bisschen länger – und dafür machen wir es richtig.“




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