Rathausgarage in Stuttgart Knappe Mehrheit für Abriss der Rathausgarage

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Der Neubau eines Verwaltungsgebäudes an der Eichstraße hinter dem Rathaus könnte 2015 beginnen. Dort ziehen die Stadtkämmerei und eine Betriebs-Kita der Stadtverwaltung ein.

So sieht der Entwurf der Architekten H4A/Vögele Architekten für den Neubau an der Eichstraße aus. Foto: Visualisierung: h4a|va 5 Bilder
So sieht der Entwurf der Architekten H4A/Vögele Architekten für den Neubau an der Eichstraße aus. Foto: Visualisierung: h4a|va

Stuttgart - Die Mehrheit aus Grünen, SPD und SÖS/Linke hat im Verwaltungsausschuss für den Abriss der Rathausgarage und einen Verwaltungsneubau an der Eichstraße gestimmt. Den neun Stadträten aus dem grün-rot-roten Lager standen acht Kommunalpolitiker aus dem bürgerlichen Block entgegen. Letztere begründeten ihre Ablehnung mit dem Wegfall von aus ihrer Sicht zu vielen Stellplätzen in diesem zentralen Areal der Stadt. Bei der Haushaltsverabschiedung am Freitag muss das Vorhaben die letzte Hürde nehmen.Mit demselben Stimmenverhältnis wurde ein Antrag der Grünen gebilligt. Die größte Ratsfraktion fordert, der Nutzung des Erdgeschosses im Neubau im weiteren Planungsverlauf besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Die Grünen können sich dort auch Vereins- oder Bürgerräume vorstellen. Außerdem möchten sie festschreiben, dass das Areal der Stadtkämmerei, die von der Schmale Straße in den Neubau zieht, zur Hälfte mit Wohnungen bebaut wird. Das wäre deutlich mehr, als es das Stuttgarter Innenentwicklungsmodell (SIM) vorsieht. Für Peter Pätzold von den Grünen ist aber der Neubau trotz des Votums nicht gesichert. „Die Entscheidung steht und fällt mit dem Geld und damit am Freitag“, sagte er mit Blick auf die abschließenden Haushaltsberatungen.

Wegfall von Parkplätzen wird kritisiert

Es ist der insgesamt dritte Anlauf, den „Hinterhof des Rathauses“ aufzuwerten. Entsprechend hoch gingen dabei immer mal wieder die Wogen – und folgerichtig wollten die Protagonisten auch am Mittwoch nicht auf das eine oder andere maritime Sprachbild verzichten. Erster Bürgermeister Michael Föll (CDU) sah die „Verwaltung unbeirrt auf Kurs“, woraufhin ihm FDP-Stadtrat Bernd Klingler versicherte, er sei „nach wie vor der Fels in der Brandung“. Doch auch der konnte nicht verhindern, dass die Ausschussmehrheit einen „Kardinalfehler“ machte, den Alexander Kotz im anschließend gefassten Beschluss erkannte. „Der ist nicht wiedergutzumachen und geht mit denen nach Hause, die ihn gefasst haben“, erklärte der Christdemokrat.

Baubeginn ist für Ende 2015 geplant

Bis jetzt bietet die Rathausgarage 290 Parkplätze, in den beiden unterirdischen Parkdecks des Neubaus werden es nur 124 sein. Man dürfe aber Stadtplanung nicht vom „Stellplatz aus denken“, sagte Hannes Rockenbauch (SÖS/Linke), der zudem anregte, im Erdgeschoss des Neubaus nicht die innenstadttypischen Shoppingangebote fortzusetzen: „Da sollte etwas für die Bürgerschaft entstehen.“Gut 39 Millionen Euro soll das neue Gebäude kosten. In die Etagen eins bis drei zieht die Stadtkämmerei ein, deren Standort an der Schmale Straße 9–13 sanierungsbedürftig ist. Im vierten Obergeschoss soll sich in einer dreigruppigen Betriebskita der Nachwuchs der Verwaltungsmitarbeiter tummeln. Auf diesem Stock wären auch noch weitere Büros möglich. Dem nun gefassten Projektbeschluss folgen noch weitere Verfahrensschritte. Dem bisherigen Zeitplan hinkt man rund ein halbes Jahr hinterher. Bislang sollte Ende 2015 mit dem Bau begonnen werden.

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