Rathausgarage Stuttgart Bei Sanierung wäre eine Teilsperrung nötig

Von Thomas Braun 

Ein Papier aus dem Referat des Stuttgarter Technikbürgermeisters Dirk Thürnau zeigt die Nachteile einer Sanierung der Stuttgarter Rathausgarage auf. Schlimmer noch: die Qualität des Parkhauses wird selbst vom ADAC als ungenügend bewertet.

Neubau oder Sanierung: Über die Rathausgarage in Stuttgart wird seit Jahren debattiert. Foto: Achim Zweygarth
Neubau oder Sanierung: Über die Rathausgarage in Stuttgart wird seit Jahren debattiert. Foto: Achim Zweygarth

Stuttgart - Weil die geplante neue Rathausgarage rund 160 Stellplätze weniger hätte als die derzeitige aus dem Jahr 1960, haben sich CDU, FDP, Freie Wähler im Rat gegen den circa 39 Millionen Euro teuren Neubau hinter dem Rathaushaus ausgesprochen. Dessen Baubeginn war ursprünglich für 2015 vorgesehen, die Fertigstellung für Ende 2017. Die Fraktionsgemeinschaft SÖS/Linke hatte sich überraschend auf die Seite der bürgerlichen Fraktionen geschlagen und so eine Mehrheit gegen das Projekt hergestellt.

Die CDU will das Parkhaus stattdessen reparieren und aufhübschen. Doch damit schneiden sich die Christdemokraten womöglich ins eigene Fleisch: Eine Einschätzung des aktuellen Bauzustands der alten Garage besagt nämlich: eine Sanierung würden möglicherweise für die Dauer von drei Jahren ebenfalls Parkplätze kosten.Das Papier stammt aus dem Referat des Technikbürgermeisters Dirk Thürnau und nimmt Bezug auf ein Gutachten des Ingenieurbüros Boll und Partner vom Mai dieses Jahres, das große Schäden an der Garage konstatiert hatte. Von Rissen in der Wand, Wassereinbrüchen und erheblichen Korrosionsschäden ist dort die Rede. Als Ad-Hoc-Maßnahmen im Fall einer Sanierung listet Thürnaus Referat unter anderem die Erneuerung der gesamten betriebstechnischen Ausstattung, die Nachrüstung der Geländer sowie die Erneuerung des Dachs der maroden Zufahrtsrampen auf. Kostenpunkt in den nächsten zwei Jahren: 500 000 Euro.Doch damit nicht genug: Bei einem längeren Weiterbetrieb über das Jahr 2017 hinaus seien weitere umfangreiche Instandhaltungsmaßnahmen erforderlich, heißt es in dem Papier. Als zeitlicher Rahmen für die Sanierung werden drei Jahren veranschlagt. Dann folgt jener Satz, der den Neubaugegnern nicht schmecken dürfte: „Voraussichtlich werden dabei immer zwei Parkdecks gesperrt sein.“ Auch bei einer Sanierung fiele also ein erheblicher Teil der von den bürgerlichen Fraktionen so vehement verteidigten Stellplätze weg.

Ein anderes Argument, das der CDU-Fraktionschef Alexander Kotz gegen einen Neubau ins Feld geführt hatte, wird indes nicht einmal von der Automobil-Lobby geteilt. Die Qualität der umliegenden Parkhäuser, in denen nach Berechnungen der Stadtverwaltung werktags Kapazitätsreserven von mehr als 850 Stellplätzen zur Verfügung stehen, sei nicht mit der Rathausgarage vergleichbar, hatte Kotz der StZ gesagt. Eine ADAC-Studie aus 2010 zur Qualität der Parkhäuser in Städten indes hatte just den „benutzerunfreundlichen Zustand“ der Rathausgarage beklagt.

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