Ratto Bistro-Bar in Stuttgart-Süd Hier gibt’s Gerichte zum Teilen und Naturwein: „Wie bei guten Freunden zu Hause“

, aktualisiert am 15.12.2025 - 11:54 Uhr
Naturwein und feine, kleine Speisen zum Teilen in der neuen Ratto Bistro-Bar. Foto: Dominik Schneider/Ratto

In Stuttgart easy, entspannt und ohne Hemmschwelle Wein zu trinken, soll ab sofort in der Ratto Bistro-Bar möglich sein. Ein Konzept zwischen Naturwein und Gerichten zum Teilen.

Stadtkind: Tanja Simoncev (tan)

Wer im Kessel an Wein denkt, dem fallen direkt die vielen Weinberge ein, die Besen-Wirtschaften und natürlich auch das Weindorf. Alles sehr klassisch/konservativ und konventionell geprägt – auch was die Lokale und Läden angeht – und weniger nach dem Motto: Okay, let’s try.

 

Dabei wissen die Stuttgarter ganz genau: Wein kann auch anders. Und das nicht erst seit, aber seitdem nochmal mehr, Offgrid in Stuttgart-Süd eröffnet hat und Naturwein deshalb auch im Städtle in aller Munde ist.

Ratto Bistro-Bar: Neueröffnung mit Naturwein und regionalen Gerichten

Und nun gehen zwei aus dem Team, genauer Daniel Fels und Denisa Tanase, einen Schritt weiter und zusammen mit der Galerie Kernweine neue Wege. Genauer mit Benjamin Ulrich, der bereits Barchef der GX-X Cafébar war, haben sie die Ratto Bistro-Bar eröffnet.

Was darf man dort also erwarten? Vor allem auch Naturwein. Klar. Und zwar eine beeindruckende Auswahl davon, kombiniert mit kleinen, durchdachten Gerichten zum Teilen aus regionalen, schwäbischen Produkten kleiner Produzenten.

„Subkultur eine Bühne bieten“: Ratto setzt auf Lebendigkeit

Dies sei auch die Kultur dahinter. „Uns geht es darum, dass wir mit einer Easyness ein Bewusstsein für die Besonderheiten unserer Produkte vermitteln, ohne missionarisch zu klingen. Es darf gern lebendig zugehen. Wir wollen Subkultur eine Bühne bieten. Von Party bis Vortrag ist hier vieles für uns denkbar.“

Und noch was ist den Dreien wichtig: Alle dürfen sich willkommen fühlen. Zugänglich wolle man sein, den Raum beleben, mit einer Geselligkeit und „Wuseligkeit“ und auf Austausch setzen – „einfach den Raum mit Leben füllen“, freut sich Denisa.

„Entspannt wie bei guten Freunden zu Hause“

„Die Ratto-Bar soll ein Ort sein, an dem man sich entspannt mit Freunden auf eine Flasche Wein trifft, etwas zu essen teilt und gar nicht merkt, wie schnell die Zeit vergeht – wie bei guten Freunden zu Hause.“

Es soll also ein Wein- oder auch Bar-Erlebnis sein, das man vielleicht aus Berlin, Paris, London und New York kennt, so urban, cool und locker-leicht – ohne vorher Fachliteratur über Weinreben gewälzt zu haben.

„Wein trinken sollte wie Bier trinken sein – easy und ohne Hemmschwelle“

„Wein trinken sollte wie Bier trinken sein – easy und ohne Hemmschwelle“, das haben sich die drei Macher auf die Fahnen geschrieben. „Die Leute sollen vorbeikommen, probieren und uns Fragen stellen, wenn sie wollen. Und wir bringen unseren Gästen gleichzeitig näher, was uns wichtig ist. Ganz easy. Deshalb auch Wein vom Zapf“, erklärt Denisa. Wer will, kann aber auch Bier trinken oder diverse Drinks – und auch alkoholfreie Alternativen probieren.

„Trotzdem soll Ratto auch ein Ort sein, an dem man ganz serious eine Flasche Wein trinken kann, da steckt schon auch ein Anspruch dahinter. Wir sind ja auch eine Weinbar, wo das möglich ist, aber nicht sein muss“, ergänzt Daniel.

Wein-Thema zugänglich machen

Man wolle einfach eine Offenheit und, wie bereits erwähnt, Zugänglichkeit schaffen. Weniger Gedankenkarussell mit „Oh, schwenke ich das Glas jetzt richtig“ und mehr „Trinkt einfach und habt Spaß dran“.

Und das in gemütlichem Ambiente – ein bisschen so wie früher und doch anders. Auf die Wände kam mehr Farbe, „um den Raum einfach wärmer und gemütlicher zu gestalten“, verrät Benni. Und alle, die nun der Galerie Kernweine-Cafébar hinterherweinen, müssen nicht traurig sein, denn schließlich habe man ein paar Akzente oder auch Momente beibehalten. „Aber man soll schon auch merken, dass es jetzt etwas Neues ist“, betont Daniel.

„Nah und da sein“: Ratto schafft lebendige Atmosphäre

Die Räume sollen als ein großes Ganzes verstanden werden, deshalb wird oberhalb der Bar auch immer etwas passieren, vielleicht wird dort Brot geschnitten, vielleicht legt ein DJ auf – „zum einen ist es auch die Erweiterung der Theke unten, zum anderen wollen wir einfach auch nah an den Leuten dran sein. Denn unser Ziel ist es nah und vor allem da zu sein, um immer im Blick zu haben, was die Leute gerade brauchen.“

Kennengelernt haben sich die Drei übrigens über den Naturwein, im Laufe des Jahres Events zusammen veranstaltet und später den Stuttgartern mit dem gemeinsamen Pop-up „She’s not real“ den Sommer versüßt. Klar, dass man dies ähnlich fortsetzen will. Winzer werden ihre Weine vorstellen, Gast-Köche zu Besuch sein, dies das – man darf gespannt sein.

Ratto als Hinterhof-Hommage verstehen

Bleibt nur noch zu klären, was es mit dem Namen auf sich hat. „Uns war vor allem wichtig, dass es ein Name ist, der Bums hat und prägnant ist, nicht zu bedeutungsaufgeladen und den man gut aussprechen kann.“

Es sei eben auch ein rougher Ort, der Weg führt in einen Hinterhof, ohne zu wissen, was einen dort erwartet. „Ratto, was auf italienisch Ratte bedeutet, darf auch als Hommage an den Hinterhof verstanden werden.“ Es fühle sich einfach gut für den Ort an, aber es sei nicht wichtig, dass es Ratte heißt.

Was wiederum gut zu wissen ist: Frühstück wird zukünftig ein großes Thema im Ratto sein. Aber wahrscheinlich noch nicht im Dezember. „Wir haben da richtig Bock drauf.“

Die neue Bistro-Bar wird nämlich erstmal mit einem reduzierten Angebot starten, aber hinter den Kulissen soll an neuen Ideen getüftelt und sich weiterentwickelt werden.

Ratto Bistro-Bar, Cottastr. 4-6, Stuttgart-Süd

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