Rauchsäule in Korntal-Münchingen Riesiges Feuer in Baustoffhandel – war es Brandstiftung?

Großbrand in Korntal Foto: Karsten Schmalz

Bei einem Feuer in Korntal-Münchingen ist hoher Schaden entstanden. Im Kontext des Nahostkriegs wird eine politisch motivierte Tat nicht ausgeschlossen.

Ludwigsburg: Franziska Kleiner (fk)

In Korntal-Münchingen ist am frühen Sonntagmorgen ein Feuer in einem Baustoffhandel ausgebrochen. Verletzt wurde niemand. Wie die Polizei mitteilt, ist die Freiwillige Feuerwehr voraussichtlich bis in die Mittagstunden vor Ort, sie hat eine Brandwache eingerichtet. Der Sachschaden wird laut der Polizei vermutlich im siebenstelligen Bereich liegen. Die Kriminalpolizei kann eine Brandstiftung nicht ausschließen und hat daher die Ermittlungen übernommen. Auch hat die Kripo ihre Abteilung Staatsschutz hinzugezogen. Derweil wurde am Sonntagnachmittag am Rande einer Veranstaltung bekannt, dass eine Überwachungskamera auf dem Gelände nähere Hinweise auf Tat und Täter geben könnte. Demnach soll auch das Herzstück des Unternehmens, die Verwaltung, unbeschadet geblieben sein.

 

Halle teilweise eingestürzt

Das Feuer muss gegen 6.30 Uhr ausgebrochen sein, die ersten Notrufe sind laut Polizei um 6.33 Uhr eingegangen. Was den Brand ausgelöst hat, ist unklar. Der Sachschaden ist immens: Das Feuer zerstörte laut dem Polizeisprecher eine Lagerhalle nahezu komplett, in der unter anderem offenbar Substrat aufbewahrt wurde. In dieser Halle werden laut Polizei Fahrzeuge beladen. Drei Lastwagen und mehrere Silos wurden außerdem beschädigt. Die Halle, eine Stahlkonstruktion, ist laut dem Korntal-Münchinger Feuerwehrkommandanten Fabian Kunberger zum Teil eingestürzt.

Die Kripo war auch am Mittag noch am Brandort. Die Halle selbst kann für weitere Untersuchungen derzeit nicht betreten werden. Offen bleibt daher zunächst, ob es sich um eine – möglicherweise im Kontext der Eskalation in Nahost politisch motivierte – Brandstiftung handelt. Im Internet war der Seniorchef des Unternehmens für seine Haltung zu Israel vor etlichen Wochen angegangen worden. Die Polizei bestätigt weder noch dementiert sie einen Zusammenhang, verweist vielmehr auf die laufenden Ermittlungen. Im Ort ist das Engagement der Unternehmerfamilie Link in der Brüdergemeinde bekannt. Die pietistische Gemeinde hat seit jeher eine besondere Verbindung zu Israel. Auf einem der Silos waren laut einem Polizeisprecher seit einigen Jahren Israel-Flaggen angebracht.

Die Polizei bittet Zeugen, die in den frühen Morgenstunden verdächtige Wahrnehmungen gemacht oder Personen festgestellt haben, werden gebeten, sich telefonisch unter der Nummer 08 00/ 1 10 02 25 oder per Mail an hinweise.kripo.ludwigsburg@polizei.bwl.de zu melden.

Feuerwehren aus der Region im Einsatz

Der betroffene Betrieb in der Zuffenhauser Straße in Korntal ist ein alteingesessener Baustoffhandel: Im Jahr 1934 hatte Paul Link senior das Unternehmen gegründet. Die Versorgung der Kunden mit Gesteinsbaustoffen und Entsorgung von Baustellen gehörte seit der Gründung nach eigenen Angaben zu den Hauptaufgaben des Betriebs.

Über die Warn-App Nina war am Morgen auf Rauch- und Geruchsbelästigungen hingewiesen worden, verbunden mit dem Hinweis, Fenster und Türen geschlossen zu halten. Im Einsatz waren rund hundert Einsatzkräfte aus der Region, ebenso der Kreisbrandmeister. Zudem war das DRK hinzugerufen worden.

Neben den benachbarten Wehren aus Ditzingen und Hemmingen sowie Leonberg, waren die Wehren aus Walheim, Steinheim und Remseck nach Korntal gekommen: In Wahlheim ist die Drohnengruppe ansässig , um einen Blick von oben auf den Brandort und mögliche Glutnester in der Halle zu bekommen, die Steinheimer Wehr wird für Schadstoffmessungen in der Luft herangezogen, Remseck für den Einsatz von Sonderlöschmittel.

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