Raumfahrt auf dem Mars Neuer Startversuch für Mars-Hubschrauber „Ingenuity“

Die von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt den „Ingenuity“-Hubschrauber auf der Marsoberfläche. Foto: Nasa/JPL-Caltech/dpa
Die von der NASA zur Verfügung gestellte Illustration zeigt den „Ingenuity“-Hubschrauber auf der Marsoberfläche. Foto: Nasa/JPL-Caltech/dpa

Es sind nur 40 Sekunden Schweben – doch über der Mars-Oberfläche gilt dies als historischer Flug: Die Nasa will ihren Hubschrauber „Ingenuity“ nach mehreren gescheiterten Startversuchen erstmals über dem Roten Planeten aufsteigen lassen.

Leben: Markus Brauer (mb)
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Washington - Der kleine Hubschrauber „Ingenuity“ soll am Montag (19. April) zu seinem ersten Flug über den Mars abheben. Der bereits mehrfach verschobene Start sei für 9.30 Uhr MESZ angesetzt. Die Daten davon würden ab 12.15 Uhr MESZ auf der Erde empfangen, heißt seitens der US-Raumfahrtbehörde Nasa.

Es wäre der erste Flug eines Luftfahrzeugs auf einem anderen Planeten. Der Start könne allerdings auch noch kurzfristig verschoben werden, heißt es.

Der erste Flug des kleinen Hubschraubers, der an Bord des Rovers „Perseverance“ im Februar auf dem Mars gelandet war, war ursprünglich für den 11. April geplant gewesen, dann aber wegen technischer Probleme zunächst auf den 14. April und schließlich erneut verschoben worden.

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Extreme Bedingungen auf dem Mars

Der rund 1,8 Kilogramm leichte „Ingenuity“ (auf Deutsch: Einfallsreichtum) soll bei seinem ersten Testflug auf eine Höhe von etwa drei Metern steigen, dort für 30 Sekunden auf der Stelle verharren und dann wieder auf der Oberfläche des Mars landen.

Der Hubschrauber muss dabei extremen Bedingungen trotzen: Auf dem Mars ist es nachts bis zu minus 90 Grad kalt, zudem ist die Anziehungskraft des Planeten geringer und die Atmosphäre wesentlich dünner.

Der Mini-Helikopter war im Bauch von „Perseverance“ (auf Deutsch etwa: Durchhaltevermögen) Ende Februar – nach 203 Flugtagen und 472 Millionen zurückgelegten Kilometern – mit einem riskanten Manöver in dem ausgetrockneten Mars-See „Jezero Crater“ aufgesetzt. Diesen See mit einem Durchmesser von etwa 45 Kilometern soll „Perseverance“ in den kommenden zwei Jahren untersuchen.

„Ingenuity“ soll Terrain für künftige Missionen bereiten

„Ingenuity“ ähnelt eigentlich eher einer Drohne. Die Nasa-Ingenieure mussten den Mini-Helikopter so leicht wie möglich bauen, damit er in der extrem dünnen Mars-Atmosphäre abheben kann. Er wiegt gerade einmal 1,8 Kilogramm und besteht aus vier Füßen, einem Flugkörper und zwei Propellern. Die Propeller drehen sich 2400 Mal pro Minute und damit etwa fünf Mal schneller als bei einem normalen Hubschrauber.

Die Nasa spricht bei „Ingenuity“ von einer Demonstrations-Mission. Sie hat kein wissenschaftliches Ziel außer zu zeigen, dass Fliegen auf dem Mars möglich ist. Außerdem will die US-Raumfahrtbehörde mit dem Projekt Daten eines Fluggeräts auf einem anderen Planeten sammeln.

In der Zukunft könnten solche Fluggeräte „eine ganz neue Ära der Mars-Erforschung eröffnen“, erklärtder Chef-Ingenieur des Projekts, Bob Balaram. Sie könnten etwa Gebiete erreichen, in die Rover nicht gelangen können. Vorstellbar ist auch, dass solche Mini-Helikopter künftig an eine Station auf dem Mars „Bericht erstatten“ könnten, also ihre Messdaten, Bilder und Gesteinsproben dort abliefern könnten.




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