Schon vor der Landung der chinesischen Sonde „Chang’e 5“ haben Menschen einiges an Müll auf den Mond gebracht, darunter Golfbälle, eine Bibel und ein Familienfoto. 2012 listete die Nasa 748 solcher Weltraum-Importe auf. Inzwischen dürften es deutlich mehr sein.

Wochenend-Magazin: Markus Brauer (mb)

Houston - Im Start der jüngsten chinesischen Mondmission sieht Paolo Ferri von der europäischen Raumfahrtagentur Esa auch einen Technologietest für bemannte Flüge zum Erdtrabanten. „Die Chinesen haben eine sehr komplizierte Mission gewählt, um Proben vom Mond auf die Erde zu bringen“, sagte der frühere Leiter des Esa-Missionsbetriebs im Raumfahrtkontrollzentrum in Darmstadt. Es werde vermutet, dass die ganze Technik erprobt werden soll, die eines Tages für eine bemannte Landung nötig ist.

China startete am Dienstagmorgen (24. November) eine unbemannte Mission zum Mond. Ein Lander der nach der chinesischen Mondgöttin „Chang’e 5“ benannten Raumsonde soll dort landen und erstmals seit 44 Jahren wieder Gesteinsproben zur Erde zurückbringen.

Der Müll-Mond

Schon vor der Landung der chinesischen Sonde „Chang’e 5“ haben Menschen eine Menge Müll auf den Mond gebracht. 2012 listete die Nasa 748 solcher Astro-Importe: Werkzeuge, Kabel und Kameras, Seife, Handtücher und Nagelscheren – aber auch Fäkalien, Urinbehälter und Beutel mit Erbrochenem liegen auf dem Mond.

Nach den Besuchen vom Planeten Erde gleicht der Erdtrabant mancherorts einer Müllhalde. Rund tausend Dinge hat die Menschheit dort bereits zurückgelassen – allen voran die zwölf Apollo-Astronauten, die den Mond von 1969 bis 1972 betraten.

Goldener Olivenzweig von Apollo-11

Einige der Hinterlassenschaften überraschen besonders. So brachte die Besatzung der legendären „Apollo-11“-Mission neben der goldenen Nachbildung eines Olivenzweigs 1969 eine Diskette voller „Goodwill“-Botschaften „vom Planeten Erde“ mit. Astronaut Alan Shepard schlug 1971 einige Golfbälle, um festzustellen, dass sie angesichts geringerer Schwerkraft wesentlich weiter als auf der Erde fliegen.

Eine Bibel, die Feder eines Falken sowie 100 Banknoten ließ James Irwin bei der Mission „Apollo 15“ zurück. Charles Duke, zehnter Mensch auf dem Mond, entschied sich für ein Familienfoto.