Raumnot an der Stammheimer Schule Erweiterungsbau ist beschlossen

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Viele Schüler, wenig Platz. Das soll sich ändern. Der Gemeinderat bewilligt ein Bauvorhaben an der Burtenbachstraße für mehr als 12 Millionen Euro. Das Gebäude soll Platz für 15 Klassen bieten.

So sieht das Modell des Schulneubaus an der Burtenbachstraße in Stammheim aus. Im kommenden Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Foto: Büro „Ackermann+Raff
So sieht das Modell des Schulneubaus an der Burtenbachstraße in Stammheim aus. Im kommenden Frühjahr soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Foto: Büro „Ackermann+Raff

Stammheim - Weil immer mehr Schüler nach Stammheim kommen, herrscht Platznot an der Grundschule. Ein Interimsgebäude, das die Not lindern soll, wurde mit Verspätung Anfang des Jahres fertiggestellt und in Betrieb genommen. Es soll nur einige Jahre als Übergangslösung dienen. Einen dauerhaften Erweiterungsbau hat der Gemeinderat vor Kurzem beschlossen.

Das neue Schulgebäude soll entlang der Burtenbachstraße erstellt werden und ist zwischen dem Fachbau und der Kindertagesstätte angeordnet, es liegt östlich vom Hauptbau der Schule. Das vom Architekturbüro „Ackermann+Raff“ entworfene dreistöckige Gebäude ist für 14 Regelklassen konzipiert und soll knapp 400 Schülern sowie rund 30 Lehrern Platz bieten. Neben einem Lehrerzimmer sind auch drei Ganztagesräume vorgesehen. Der Haupteingang liegt im Bereich des Pausenhofes und wird durch ein fassadenlanges Vordach betont. Der Bezug zu den Bestandsgebäuden soll durch die Übernahme der Gebäudekanten und -höhen hergestellt werden. Der verbleibende Raum zwischen Neubau und Hauptbau bildet den Pausenhof. „Jedes Geschoss besteht aus zwei Raumgruppen (Cluster), welche jeweils einen Funktionskern, drei Klassenzimmer mit zugehörigen Differenzierungsräumen und eine mittige Erschließungsfläche enthalten“, heißt es in der Entwurfsbeschreibung. „Die Clustermitte wird für offene Unterrichtsformen genutzt und dient als Treffpunkt.“

„Das Baugesuch ist bereits eingereicht“, sagt Daniel Raiser vom Architekturbüro „Ackermann+Raff“ in Stuttgart. Es ist geplant, dass mit den Bauarbeiten im kommenden April begonnen wird. Voraussichtlich im August 2021 soll der Erweiterungsbau fertiggestellt werden, sodass dort zum Schuljahr 2021/2022 unterrichtet werden kann.

Ersatzfläche für Pausenbereich in Sicht

Ein Problem, das durch den Neubau größer wird, stellt der schon jetzt zu kleine Schulhof dar. Durch das Aufstellen des Interimsgebäudes hatte sich die Spielfläche für die Kinder um rund 1000 Quadratmeter verringert. Durch den geplanten Neubau an der Burtenbachstraße (dritter Bauabschnitt) fallen erneut weitere rund 1000 Quadratmeter Hoffläche weg. Und dabei wird es nicht bleiben, denn, wie berichtet, sieht die weitere Standortentwicklung vor, dass in einem vierten Bauabschnitt noch ein zusätzliches Gebäude erstellt wird, dort wo derzeit noch die Pavillons stehen. Für diesen Neubau sind jedoch umfangreiche Abbrucharbeiten sowie weitere Baumaßnahmen nötig, die den Pausenbereich für die Kinder noch weiter verkleinern. Rektorin Claudia Neulinger hatte bereits in der Vergangenheit auf die problematische Situation hingewiesen. Eine geeignete Fläche zum Ausgleich wäre vorhanden: Südlich zum Schulgrundstück grenzt ein gut 17 000 Quadratmeter großes, städtisches Grundstück an, das landwirtschaftlich genutzt wird. „Der Acker wird derzeit von einem Stammheimer Landwirt bewirtschaftet“, sagt Bezirksvorsteherin Susanne Korge. „Der Pächter hat sich bereit erklärt, einen Teil der Fläche temporär zur Verfügung zu stellen.“ Weil die Felder bestellt seien, habe man sich darauf verständigt, dass der Landwirt die Ernte noch einholt. „Ich werde aber darum bitten, dass man so bald wie möglich nach dem Herbst damit beginnt, einen Pausenbereich einzurichten – wir bräuchten den Schulhof im Prinzip schon jetzt.“

Jury für Architektenwettbewerb muss nachsitzen

Was den vierten Bauabschnitt angeht, so hat im Mai dieses Jahres ein Architektenwettbewerb stattgefunden (wir berichteten). Das Preisgericht tagte nicht öffentlich. Ein Sieger wurde jedoch noch nicht gekürt. „Drei Büros stehen in der engeren Auswahl“, erklärt die Bezirksvorsteherin. „Allerdings müssen alle nachbessern, ehe man sich für einen Sieger entscheidet.“ Nach den Sommerferien will das Preisgericht erneut tagen.

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