Raumprobleme in Münster Anbau könnte auf Spielplatz errichtet werden

Von Georg Linsenmann 

Für die eklatanten Raumprobleme der Feuerwehr und der Elise-von-König-Gemeinschaftsschule zeichnet sich eine „große Lösung“ ab, wie Vertreter von Hochbauamt und Schulverwaltungsamt im Bezirksbeirat berichten.

Die Freiwillige Feuerwehr Münster braucht mehr Platz – vorgesehen ist, den Spielplatz am Friedhof dafür zu nutzen. Foto: Georg Linsenmann
Die Freiwillige Feuerwehr Münster braucht mehr Platz – vorgesehen ist, den Spielplatz am Friedhof dafür zu nutzen. Foto: Georg Linsenmann

Münster - Bei der Freiwilligen Feuerwehr Münster brennt es schon lange. Jedenfalls in Sachen Räumlichkeiten, denn enger geht es kaum an dem Standort an der Nagoldstraße, dessen Grundstück sich die Wehr mit der Elise-von-König-Gemeinschaftsschule teilt. Nachdem der Versuch gescheitert ist, den Floriansjüngern an einem anderen Platz im Stadtbezirk den dringend nötigen Raum zu verschaffen, muss die Lösung am jetzigen Standort erfolgen. Das aber ist nun noch komplizierter geworden – aus einem eigentlich erfreulichen Grund: Die vor einem Jahr gestartete Gemeinschaftsschule, die erste in der Gesamtstadt, erweist sich als großer Erfolg – mit Anziehungskraft über Münster hinaus. Die Kehrseite der Medaille: Der Platzbedarf wächst und das neue Lernkonzept – die Basis des Erfolges – braucht ganz andere räumliche Zuschnitte.

Ein hartes Stück Arbeit

Dass die Lösung dieser beiden Bauaufgaben auf dem engen innerstädtischen Gelände „der Quadratur des Kreises“ gleichkommt, das betonte die Bezirksvorsteherin Renate Polinski gleich zu Beginn der jüngsten Sitzung des Bezirksbeirates. Wie dieses „harte Stück Arbeit“ gelingen könnte, ist das Thema einer Machbarkeitsstudie, deren Stand nun von Thomas Stöckle vom Schulverwaltungsamt und Gregor Gölz vom Hochbauamt vorgestellt wurde.

Beide Vertreter stellten klar, dass man sich hier „noch mitten drin“ befinde, konkrete Pläne zur Umsetzung also noch Zukunftsmusik seien. Klar wurde aber auch, in welche Richtung die Reise gehen könnte. Verschlossen ist jedenfalls die verführerisch einfache Idee, den Platzbedarf der Feuerwehr auf der direkt angrenzenden, von alten Pavillons freigeräumten Fläche zu befriedigen. Denn das hätte eine Verkleinerung des Schulhofes zur Folge, was wiederum mit dem vorgeschriebenen Freiflächen für Bewegung in den Pausen kollidieren würde. Angedacht ist nun, den öffentlichen, direkt hinter der südwestlichen Seite der Schule gelegenen Spielplatz auf dem Alten Friedhof mit zu nutzen: „Das würde die Situation in diesem Punkt entspannen“, stellte Thomas Stöckle fest.

Feuerwehrsache soll beschleunigt bearbeitet werden

Er begründete auch, weshalb die Schule, die zuletzt im Jahr 2010 einen Erweiterungsbau erhalten hatte, nun zusätzlich Platz braucht: „Die Schule ist auf einem sehr guten Weg. Aber neue pädagogische Konzepte brauchen auch neue räumliche Lösungen.“ Statt links und rechts an Flure gereihter Unterrichtsräume seien „wie Cluster“ strukturierte Räume nötig, mit „differenzierten Funktionen“: fürs individuelles Lernen, für Lernhäuser, für das Entspannen in Pausen und Freistunden und für die Lehrer. Dafür braucht es zu den aktuell zur Verfügung stehenden 4500 Quadratmetern „etwa die Hälfte mehr“. Dies soll nun in einer „integrierten Lösung auf dem Schulgrundstück“ realisiert werden, wie Gregor Gölz erklärte.

„Ich finde die Ansätze gut“, sagte Rene Hildebrandt für die CDU-Fraktion, was zugleich die Stimmung insgesamt wieder gab. Eine Antwort auf die Frage, weshalb „nicht einfach ein Stockwerk aufgesetzt“ werden könne, bekam er nicht. Klar war dagegen die Auskunft zur Sorge, dass in der langen Planung für das bedeutend größere Projekt der Schulerweiterung die Feuerwehr wieder „nach hinten geraten könnte“: „Wir wollen das nicht verkoppeln und die Feuerwehrsache beschleunigt bearbeiten“, sagte Stöckle. Er hält es für möglich, dass die entsprechenden Mittel „für das eher überschaubare Projekt“ bereits „im nächsten Doppelhaushalt beantragt werden können“. Basis ist aber erst einmal der Abschluss der Machbarkeitsstudie, der für den Spätsommer 2014 avisiert ist. Schon im Herbst sollen sich dann die ersten Unterausschüsse des Gemeinderates mit der Sache befassen. Zusammenfassend meinte Polinski: „Wir sind froh, dass sich nun eine integrierte Lösung auf dem bestehenden Gelände abzeichnet.“ Und mit Blick auf die beiden Referenten fügte sie hinzu: „Wir sehen uns hier sicher bald wieder.“

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