Rauswurf von Andreas Kalbitz Die AfD ist im Machtkampf-Modus

Andreas Kalbitz kündigt an, den Rauswurf anzufechten. (Archivbild) Foto: dpa/Soeren Stache

Wegen früherer Kontakte im rechtsextremen Milieu hat die AfD-Spitze die Mitgliedschaft von Andreas Kalbitz beendet. Die Partei ist mit dem Rauswurf im Machtkampf-Modus, kommentiert Katja Bauer.

Potsdam - Die AfD trennt sich von einem ihrer einflussreichsten Köpfe. Es war nicht zu erwarten, dass die Partei die Kraft aufbringen würde, Andreas Kalbitz auszuschließen, weil er seine Mitgliedschaft in einer Neonazivereinigung verschwiegen habe. Der Schritt ist eine Zäsur. Wohin die Reise nun führen wird, ist allerdings völlig offen: Mit dieser Kampfabstimmung ist die Führungsriege düpiert – fast. Es war Jörg Meuthen, der ihn weg haben wollte, dagegen stimmten sein Co-Chef Tino Chrupalla, Fraktionschefin Alice Weidel, auch der Mentor von Kalbitz, Alexander Gauland, sprach sich offenbar dagegen aus.

 

Für Meuthen ging es nicht allein um die Personalie oder um die drohende Überwachung durch den Verfassungsschutz. Im Rauswurf bildet sich ein Machtkampf ab. Meuthens Vorschlag, sich vom rechtsextremen „Flügel“ zu trennen, hatte er zurückziehen müssen, und bei der Selbstauflösung der Strömung hatte deren Anführer Björn Höcke treuherzig versichert, man bleibe ja in der Partei. Der Angriff auf Kalbitz war nun Meuthens Antwort. Für wie lange? Die Partei rebelliert. Kalbitz kündigt an, den Rauswurf anzufechten. Die AfD beschäftigt sich mit sich selbst. Darin ähnelt sie den anderen Parteien mehr, als ihr lieb sein kann.

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