Bei der Premiere des Techno-Festivals Stutyard im Dezember 2024 hat es Kritik gehagelt: lange Wartezeiten, Gedränge in den Gängen, kalte Toiletten im Freien. In den sozialen Medien machten viele enttäuschte Besucher ihrem Ärger Luft. Tagelang ging’s bei Instagram und Co. deshalb rund. Veranstalter Deniz Keser will nun beweisen, dass er mit seinem Team aus den Fehlern gelernt hat.
Mit neuem Konzept kehrt die Stutyard auf die Fildern zurück. Die Raver geben den Veranstalter eine zweite Chance, wie der Vorverkauf zeigt. Die Nachfrage ist so groß, dass es diesmal sogar zwei Termine zum Abtanzen gibt: Am 13. und 20. Dezember sollen Tausende Besucherinnen und Besucher erneut zu elektronischen Beats feiern.
Stutyard: „Mehr Platz, mehr Personal, bessere Abläufe“
Mit 9000 Gästen ist der 13. Dezember bereits ausverkauft. Am DJ-Puls sind unter anderem: Clara Cuve, Future.666, Kobosil und Somewhen. Für den zweiten Termin am 20. Dezember sind noch Karten erhältlich, bislang sind 6000 Stück verkauft.
Veranstalter Deniz Keser, der auch das SEMF und das Waranga Festival organisiert, erklärt nach dem holprigen Debüt im Dezember 2024: „Wir haben jedes Detail analysiert und viele Prozesse neu aufgestellt.“ So fasst er das neue Konzept zusammen: „Mehr Platz, mehr Personal, bessere Abläufe“ .
Stutyard 2024: Polizei spricht von „friedlichem Verlauf“
Gleichzeitig verweist er darauf, dass die Polizei vor einem Jahr von einem „insgesamt friedlichen Verlauf“ des Festivals gesprochen hat. Zu einer Massenpanik, wie es bei Instagram mehrfach geschildert wurde, sei es nicht gekommen.
Bei den Kontrollen habe es vor einem Jahr 32 Anzeigen wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz gegeben. Dies seien deutlich weniger Delikte als beim Stuttgart Electronic Music Festival (SEMF) vor Corona im Jahr 2019, als bei 139 Personen Drogen entdeckt wurden.
Großer Osteingang soll Wartezeiten beim Stutyard verkürzen
Was soll sich bei der Neuauflage konkret ändern? Statt des kleineren Eingangs West wird diesmal der große Osteingang der Messe genutzt, mit 20 Einlass-Schleusen. Das soll die langen Wartezeiten verhindern, die im vergangenen Jahr für Frust gesorgt hatten. Geplant ist, dass die Tore um 20 Uhr öffnen und die Musik um 21 Uhr startet. „Wenn wir merken, dass der Andrang früher beginnt, machen wir auch früher auf“, kündigt Keser an.
Verbesserungen beim Stutyard: Mehr Spinde und Personal
Auch an der Garderobe wurde aufgestockt: Es gibt doppelt so viele Spinde wie im Vorjahr. Damals waren viele Boxen defekt, weil sie von einem anderen Festival übernommen wurden. Das Personal für die Bars wird laut Veranstalter Keser verdreifacht, außerdem entstehen drei zusätzliche Theken.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Toiletten befinden sich diesmal im Inneren der Messehallen, nicht mehr draußen in der Kälte. „Viele Besucherinnen und Besucher hatten sich im letzten Jahr darüber beschwert, dass sie dafür das Gebäude verlassen mussten – das war suboptimal“, räumt Deniz Keser ein.
Verbessertes Crowdmanagement soll Staus beim Stutyard verhindern
Auch beim Thema Sicherheit und Besucherlenkung wurde nachgebessert. Keser kündigt ein „intensiveres Crowdmanagement mit verbesserter Wegeführung“ an. Große Besucherströme sollen durch klare Beschilderung und Absperrungen gelenkt und entzerrt werden. Ziel sei es, Staus und Gedränge in den Hauptgängen zu vermeiden.
„Wir wissen, dass die Erwartungen hoch sind“, sagt der Veranstalter, „aber wir sind überzeugt, dass wir dieses Mal ein rundes, sicheres und energiegeladenes Festival-Erlebnis bieten können.“
Aus Deutschland und dem benachbarten Ausland kommen Gäste
Mit dem neuen Konzept will Stutyard zeigen, dass die Veranstaltung das Potenzial hat, sich fest in der süddeutschen Festivallandschaft zu etablieren – nicht trotz, sondern wegen der Lektionen aus dem Vorjahr.
Gäste hätten sich aus ganz Deutschland sowie aus dem benachbarten Ausland angekündigt, so Keser. Karten für den 20. Dezember gibt es im Netz unter: https://stutyard.com/.