Ravensburg setzt Zeichen Digitale Menschenkette gegen Rechts

Von Wolfgang Messner 

Am 1. Mai kann man auf dem Marktplatz in Ravensburg bei der ersten digitalen Menschenkette mitmachen. Ein Verein will damit ein bundesweites Zeichen für Toleranz und gegen Radikalismus setzen.

  Foto: dpa
  Foto: dpa

Ravensburg - Mit einer digitalen Menschenkette und einem Kultur- und Musikfestival will Ravensburg ein bundesweit sichtbares Zeichen gegen den Rechtsradikalismus setzen. Der Kulturverein Nätwörk Süd um den Veranstalter Made Höld hat das Bundesfamilienministerium, die Bundeszentrale für Politische Bildung und die Stadt als Partner gewonnen.

Am 1. Februar 2014 sollen international bekannte Bands in der Oberschwabenhalle unter dem Motto „Oberschwaben ist bunt“ ein Statement gegen Rassismus abgeben und für Toleranz und Mitmenschlichkeit werben. Dafür wurde gestern auch die laut Veranstalter Höld „erste digitale Menschenkette“ geschlossen. Der Ravensburger Oberbürgermeister Daniel Rapp und der Geschäftsführer des Zentrums für Psychiatrie (ZfP) Südwürttemberg in Ravensburg-Weissenau, Dieter Grupp, waren die ersten, die sich verbanden.

Erinnern an NS-Verbrechen der Euthanasie

Mitmachen können Einzelpersonen, Vereine und Gruppen, indem sie sich für die Homepage fotografieren lassen. Die Fotos werden bei dem Festival in der Oberschwabenhalle auf einer Großbildleinwand gezeigt. „Die Stadt Ravensburg und das Zentrum für Psychiatrie haben die Aufgabe, an die Verbrechen der NS-Zeit zu erinnern“, erklärte Rapp. „Mit der Aktion wollen wir aktiv ein Zeichen gegen die Ausgrenzung setzen“, betonte Grupp.

In den Jahren 1940/41 wurden 691 Insassen der Weissenau in der Vernichtungsstätte Grafeneck bei Gomadingen (Kreis Reutlingen) umgebracht. Das Mahnmal der Grauen Busse erinnert am Eingang der ZfP Weissenau an das Verbrechen. Alljährlich am 27. Januar, dem Tag der Befreiung des KZs Auschwitz, wird bei einer Gedenkveranstaltung der Opfer dieser NS-Verbrechen gedacht.

27. Januar soll bundesweiter Feiertag werden

Mit dem Verein Nätwörk Süd fordert Höld, statt dem 1. Mai den 27. Januar zu einem bundesweiten Feiertag zu machen. Seiner Beobachtung nach waren bei diesen Veranstaltungen nur Vertreter der Generation 50 plus anwesend. „Wir müssen aber die Jungen erreichen, wenn wir die Erinnerung wach halten wollen“, gibt Made Höld zu bedenken.

Mit Musik und Kultur, die die jungen Menschen anspricht, könne dies gelingen. Welche Gruppen im Februar 2014 kommen werden, kann Höld derzeit noch nicht sagen. Stolz aber ist er bereits jetzt darauf, dass das Bundesfamilienministerium und die Bundeszentrale für Politische Bildung als Partner bei der Aktion eingestiegen sind. Wer an der Menschenkette teilnehmen möchte, hat am 1. Mai Gelegenheit dazu. Auf dem Marienplatz Ravensburg kann sich jedermann in der Zeit von 11 bis 14 Uhr fotografieren lassen.