Reaktion auf Terroranschläge Friedensgebet auf Marktplatz

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Gemeinsam wollen Christen und Muslime am Samstag auf dem Göppinger Marktplatz für den Frieden beten. Man wolle damit auf die Terroranschläge von Paris reagieren.

Auch bei der Kundgebung gegen die Autonomen Nationalisten haben Christen und Muslime gemeinsam auf dem Göppinger Marktplatz gebetet. Foto: Wein
Auch bei der Kundgebung gegen die Autonomen Nationalisten haben Christen und Muslime gemeinsam auf dem Göppinger Marktplatz gebetet. Foto: Wein

Göppingen - Sie sind schon öfter zusammengestanden, um ihre Anliegen zu vertreten und um auf das aufmerksam zu machen, was sie verbindet. Als Reaktion auf den grausamen Terroranschlag in Paris finden Christen und Muslime am nächsten Samstag, 24. Januar, auf dem Göppinger Marktplatz erneut zusammen. Um 12 Uhr beginnt dort ein interreligiöses Friedensgebet, mit dem abermals ein Zeichen gegen politischen Extremismus und gegen Gewalt gesetzt werden soll.

Muslime ergreifen Initiative

Die unterschiedlichen religiösen Gruppen haben bereits wegen der rechtsradikalen Umtriebe in der Hohenstaufenstadt Flagge gezeigt. Auf Anregung von Vedat Dag, dem Vorsitzenden der Vereinigung Türkischer Vereine im Landkreis Göppingen (VTV-GP), folgt nun die nächste gemeinsame Aktion. „Mit unserem öffentlichen Auftreten wollen wir ein Zeichen der Solidarität, der Gewaltlosigkeit, des Friedens und der Menschlichkeit setzen“, betont er. Der Islam solle und dürfe nicht mit Terror gleichgesetzt werden.

Bei Felix Müller, dem Sprecher der Göppinger Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen, rannte Vedat Dag offene Türen ein: „Es ist auch hier vielen Menschen ein wichtiges Anliegen, ein Zeichen zu setzen“, erklärt er. Der Terrorakt sei ein Anschlag auf die Gesellschaftsordnung gewesen, zu der Meinungs- und Pressefreiheit als Grundlage gehörten, ergänzt Müller, der einräumt, dass die Veranstaltung auch ein paar Tage früher hätte stattfinden können. „Allerdings mussten wir ja noch einiges absprechen und die Sache anmelden“, sagt er.

Auch der Oberbürgermeister kommt

Zur Teilnahme mobilisiert wird über die evangelischen und katholischen Kirchengemeinden sowie über die türkischen Vereine. Und auch bei der Stadt stießen die Organisatoren auf Unterstützung. „Oberbürgermeister Guido Till war sofort bereit, ein Grußwort zu sprechen“, lobt Müller. Weitere Redebeiträge kommen von Angeline Fischer, die dem Integrationsausschuss angehört und von Vedat Dag. Für die geistlichen Impulse sorgen der Imam Yavuz Yigit und der evangelische Dekan Rolf Ulmer.




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