Reaktionen auf den Tod von Götz George „Adieu, Schimmi!“

Götz George ist nach kurzer Krankheit am 19. Juni gestorben. Foto: dpa 10 Bilder
Götz George ist nach kurzer Krankheit am 19. Juni gestorben. Foto: dpa

Prominente aus Sport, Politik und Kultur trauern um den Mann, der Schimanski war und sich ein Leben lang an seinem eigenen Vater abarbeitete.

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Berlin - Nach der Nachricht vom Tod des Schauspielers Götz George fassen zahlreiche Prominente aus Politik und Kultur ihre Trauer in Worte. „Einer der größten deutschen Schauspieler, Götz George, ist mit 77 Jahren verstorben: Ich bin sehr traurig“, sagte Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD). „Adieu, Schimmi!“, ergänzte sein Parteigenosse Heiko Maas: Mit Götz George, so der Bundesjustizminister, verliere Deutschland „einen unserer großen Charakterdarsteller“. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) betonte: „Mit Götz George verliert Deutschland einen seiner profiliertesten, anspruchsvollsten und vielseitigsten - einfach einen seiner besten Charakterschauspieler. Er hat mit seiner direkten, kantigen Art und seinem trockenem Humor in unzähligen Rollen Maßstäbe gesetzt. Sein Tod ist ein unersetzlicher Verlust für die Fernseh- und Kinokunst im ganzen deutschsprachigem Raum.“ Katrin Göring-Eckard, Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, fand immerhin ein wenig Trost: „Wenn auch Götz George geht,“ stellte sie fest, „bleibt doch Schimanski und Vieles mehr. So viel ist sicher.“ Simone Peter, Parteivorsitzende der Grünen, urteilte: „Ein toller Schauspieler mit Ecken und Kanten. Er wird unvergessen bleiben!“ Mit Blick auf die zahlreichen prominenten Toten dieses Jahres textete Petra Pau (Linke), Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags: „Ach nö, dieses 2016 reicht mir wirklich langsam...“ Ausführlicher wurde Bayerns Finanzminister Markus Söder: „Traurig: Götz George ist tot - Schimanski ist gegangen. Er war bester Tatortkommissar ever. Und ich erinnere mich auch an die alten Karl-May-Filme. Er wird so fehlen. 2016 sterben so viele Gute...“

Trauer in Georges Heimatstadt Berlin

Ausführliche Reaktionen kommen auch aus der Bundeshauptstadt, wo Götz George lebte. Berlins amtierender Bürgermeister Michael Müller (SPD): „Die Kulturmetropole Berlin trauert um einen ihrer großen Protagonisten. Götz George hat als Schauspieler in einer langen Karriere in Theater, Film und Fernsehen in vielen Rollen brilliert und dabei mit seiner Vielfältigkeit künstlerische Maßstäbe gesetzt. Unvergessen bleiben wird er mit Sicherheit als Tatortkommissar Schimanski. Aber auch in seinen Rollen in Streifen wie ‚Schtonk‘, ‚Rossini‘ oder ‚Der Totmacher‘ zeigte Götz George große schauspielerische Kunst und darstellerische Präzision. Berlin verneigt sich in Dankbarkeit und Trauer vor einem großen Künstler und überzeugten Berliner. Wir werden ihn nicht vergessen.“ Der Berliner Innensenator Frank Henkel (CDU) hat Götz George als Ausnahmedarsteller gewürdigt. George habe zu den „ausdrucksstärksten und vielseitigsten Schauspielern“ in Deutschland gehört: „Seine Darstellungskunst auf der Bühne, im Film und im Fernsehen war stets eindrücklich, sein Spiel präzise und seine schauspielerische Leistung überragend.“ Georges Name werde auf ewig mit seiner Rolle als ‚Tatort‘-Kommissar Schimanski verbunden bleiben. „Diese Rolle als polizeiliches Raubein war dem Berliner auf den Leib geschrieben.“ Und: „Die Theaterstadt Berlin trauert um einen ihrer Großen.“

Ein Schauspieler, der physisch und psychisch immer an seine Grenzen ging

„We will miss you, Götz!“, schickte der Schauspieler Ralf Möller seinem großen Kollegen hinterher; ein „Mach’s gut, Schimanski!“ gab es von der Fernsehmoderatorin Dunja Hayali. WDR-Intendant Tom Buhrow bezeichnete den Verstorbenen als „Gigant des deutschen Films“, der in ganz unterschiedlichen Genres zu Hause war und sich dabei nie mit der zweitbesten Möglichkeit, eine Rolle zu spielen, zufrieden gab“. Immer habe George auf Qualität gesetzt, „ganz und gar kompromisslos, stets bereit, wenn nötig bis an die Grenzen zu gehen, und das psychisch wie physisch“. „Wir haben“, so Buhrow, über seinen Skandalreporter in ,Schtonk!’ gelacht und mit seinem an Alzheimer erkrankten Frührentner in ,Mein Vater’ getrauert. Mit Schimanski haben wir mitgefiebert, mitgekämpft, mitgelitten, mitgeflucht. Was immer Götz George auch machte, es war nie egal. Es hat immer bewegt. Und es wird immer bleiben, so sehr uns der Schauspieler und Mensch Götz George auch fehlt.“ Sein Kollege Gebhard Henke, Leiter des WDR-Programmbereichs Fernsehfilm, Kino und Serie, ergänzte: „Götz George und der WDR - das war über Jahrzehnte eine ungemein fruchtbare, erfolgreiche Zusammenarbeit, für die wir dankbar sind und die einige der schönsten Fernsehfilme hervorgebracht hat. Mit Götz George haben wir gestritten, gelacht, diskutiert, gefeiert und immer alles für das bestmögliche Ergebnis gegeben. Jetzt trauern wir um ihn und wissen genau, was wir alles schmerzlich vermissen werden.“




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