Reaktionen auf Fahrverbote ab 2018 in Stuttgart Hoffnung und Enttäuschung

Von dud/jül 

Die City-Managerin zeigt Verständnis für die Entscheidung der Grün-schwarzen Landesregierung, der VVS hofft auf mehr Fahrgäste, und die Stuttgarter SPD kritisiert das Votum.

Feinstaub in Stuttgart: die Reaktionen auf das beschlossene Fahrverbot fallen unterschiedlich aus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko
Feinstaub in Stuttgart: die Reaktionen auf das beschlossene Fahrverbot fallen unterschiedlich aus. Foto: Lichtgut/Max Kovalenko

Stuttgart - Für Bettina Fuchs kam die Entscheidung nicht überraschend. „Das war ja nun wirklich abzusehen“, sagte die City-Managerin. Grundsätzlich befürworte man bei der City-Initiative Stuttgart zwar den freien Zugang für alle in die Innenstadt. „Wir sind uns allerdings auch der gesundheitlichen Problematik durch den Feinstaub bewusst“, sagt die Chefin der City-Initiative. Deshalb habe man ja immer schon Alternativen wie den Umstieg auf den öffentlichen Nahverkehr an Alarmtagen unterstützt. „Ein Fahrverbot ist natürlich nicht gut für Handel und Gewerbe“, erklärt sie, „aber zum jetzigen Zeitpunkt für bestimmte Fahrzeuge in Spitzenzeiten wohl angezeigt.“ Bettina Fuchs befürchtet zudem, dass durch ein Fahrverbot aus Verunsicherung weniger Menschen zum Einkaufen nach Stuttgart kommen könnten, will sich jetzt aber erst einmal die genauen Ausführungsbestimmungen anschauen.

Horst Stammler, Geschäftsführer des VVS, meint, dass „nicht gleich der große Hammer geschwungen“ werde, „aber es ist doch mehr als ein bloßer Appell.“ Man müsse nun das Nahverkehrsangebot nochmals aufstocken. „Wir freuen uns ab 2018 auf noch mehr Fahrgäste“, sagt er. Ob wieder ein spezielles Feinstaubticket als Anreiz zum Umsteigen angeboten werde, werde mit Stadt und Land nach Abschluss der diesjährigen Feinstaubsaison diskutiert. „Das Halbpreisangebot ist zwar für die Kunden gut, geht aber bei den vielen Feinstaubtagen richtig ins Geld“, sagt er. Und: „Wir müssen auch an unsere Stammkunden denken, die jeden Tag dafür sorgen, dass die Luft nicht noch schlechter ist.“

Reserviert reagiert die SPD. Landtagsfraktionschef Andreas Stoch fordert Übergangsfristen, „damit die Besitzer von modernen Euro 5-Fahrzeugen, die in gutem Glauben ihren CO2-armen Diesel gekauft haben, nicht faktisch mit einem sofortigen Fahrverbot bestraft werden.“ Auch der Fraktionschef im Gemeinderat, Martin Körner, zeigt sich enttäuscht, „weil die Landesregierung weiterhin den Ausbau des Nahverkehrs vernachlässigt.“

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