Reaktionen zu abgesagtem verkaufsoffenen Sonntag Viele wollen auch am Sonntag einkaufen

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Viele Stimmen für einen verkaufsoffenen Sonntag

Einige Nutzer äußern auch ihr Unverständnis auf den Widerspruch und plädieren für verkaufsoffene Sonntage. So etwa Renate Schock: „Stuttgart kann man vergessen, auf der ganzen Linie. Wir in Backnang haben zweimal im Jahr Verkaufsoffenen und die Händler sind zufrieden. Von dem Personal habe ich kein Gemecker gehört, sie sagen das ist Ok zweimal im Jahr. “

Fabian Paulitschek „Was ist eigentlich euer Problem?

Verkäufer/innen wissen bei dem Start vom Arbeitsverhältnis, dass es dazu kommen kann. In anderen Berufen arbeitet man auch sonntags. Sogar jeden Sonntag. Andere Personen 12-14 Stunden am Tag von Montag bis Samstag, was zu 99% der Verkäufer/innen nicht tun bzw. müssen!“

Ralph Lehmann sieht es dramatischer. Er schreibt: Diese Stadt schafft sich ab! Aber gut wenn niemand mehr zum Einkaufen kommt bleibt wenigstens die Luft sauber. Die Damen und Herren, die im Handel ihre Jobs verlieren, können ja dann bei Verdi anheuern!“

Manfred Wanner Alles Quatsch. Zwischen jeder Aussage Pro und Contra eines sogenannten verkaufsoffenen Sonntags gibt es Zusammenhänge die man bei Verdi und den Unternehmern nicht sehen will. Was nützen dem Einzelhandel in der Königstraße oder den Einzelhändlern in der Fläche die sehr kostenintensiven Sonntage? Die Leute rennen so oder so ins Milaneo, Gerber usw. Die Kunden stimmen mit den Füßen ab und da hat die Fläche gegen die großen Werbeetats der Einkaufstempel und deren Anziehungskraft keine Chance. Solche Tage sind Auslaufmodelle und werden den Wünschen der Kunden und der Mitarbeiter in den Geschäften nicht gerecht.“

Dieter Schroederist der Meinung, dass der Widerspruch dem Online-Handel in die Hände spielt. Er schreibt: „Schlecht für den lokalen Einzelhandel und dessen Mitarbeiter. Die Konkurrenz im Internet reibt sich die Hände und der normale Arbeitnehmer, der nie eine Chance hat, während der Ladenöffnungszeiten den örtlichen Einzelhandel zu unterstützen guckt wieder in die Röhre - bzw. auf die Seiten der Online-Händler.“

So sieht das auch Stephan Hurst : „Dann nicht wundern wenn immer mehr Menschen online shoppen, wenn die Attraktivität des Einzelhandels vor Ort nachlässt.“

Stefan Hummel: „Dann darf aber keine der Verkäuferinnen an dem Sonntag in ein Restaurant, in ein Kino, in ein Schwimmbad. Ernsthaft krank werden sollten sie auch nicht. Es ist schwer zu verstehen dass sich der Einzelhandel beschwert, dass alle online bestellen, und wenn es dann darum geht einmal in 10 (!) Jahren sonntags die Läden aufzumachen sind alle dagegen? Da stimmt einfach die Relation nicht.“

Kritik an Verdi

Einige Leser kritisieren jedoch in erster Linie die Gewerkschaft Verdi. Die Kommentare lesen sich beispielsweise so:

Mirella Stracciatella„Was Verdi nicht beachtet ist, dass auf kurz oder lang der stationäre Einzelhandel nicht überleben wird, wenn nicht auch sonntags gearbeitet wird. Denn was macht jeder gelangweilte Mensch am Sonntag? Online shoppen. Statt Arbeitsplätze zu schaffen, zerstört Verdi Arbeitsplätze mit seiner fragwürdigen Kirchen-Allianz. Wie kann das sein, dass Verdi soviel Einfluss nehmen kann?“

Andreas Wagner :„Zurück ins 19. Jahrhundert. Als nächstes lässt Verdi wohl wieder alle Läden um 18 Uhr schließen. Armes weltoffenes Stuttgart.“

Andreas Ueltzhöffer Ich lebe seit 22 Jahren in einem Land ohne Ladenschlusszeiten und mir kommt Deutschland da immer sehr altbacken vor. Ich überlege gerade, ob gegen Verdi im Falle des Unterliegens im Hauptsacheverfahren ein Schadenersatzanspruch geltend gemacht werden könnte seitens der betroffenen Geschäfte. Aber selbst wenn, wäre wahrscheinlich kein Schaden nachweisbar.




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