Reaktionen zu Corona-Hilfe für den VfB Stuttgart Linken-Chef Riexinger: „Dafür habe ich wenig Verständnis“

Sollen Bundesligisten wie der VfB Stuttgart Kredite aus dem staatlichen Corona-Hilfspaket bekommen? Linken-Chef Bernd Riexinger ist dagegen, FDP und CDU sehen hingegen kein Problem.

Linken-Chef Bernd Riexinger lehnt einen Corona-Hilfskredit für den VfB Stuttgart ab: „Es gibt andere, die das Geld dringender brauchen.“ Foto: Die Linke/Roland Hägele
Linken-Chef Bernd Riexinger lehnt einen Corona-Hilfskredit für den VfB Stuttgart ab: „Es gibt andere, die das Geld dringender brauchen.“ Foto: Die Linke/Roland Hägele

Berlin - Der Linken-Vorsitzende Bernd Riexinger lehnt staatliche Corona-Hilfskredite für Profifußballclubs wie den VfB Stuttgart ab. „Ich bin ja großer Fußballfan und mein Herz gehört zu einem guten Teil dem VfB Stuttgart“, sagte Riexinger unserer Zeitung. „Aber wir haben gerade so viele notleidende Menschen“, fügte er hinzu. „Es gibt andere, die das Geld dringender brauchen.“

„Wenig Verständnis“ für Club, der Millionengehälter zahlt

Riexinger kritisierte, aufgrund von zu wenig sozialem Wohnungsbau gebe es auch in Stuttgart viele Menschen, die keine bezahlbare Wohnung fänden, andere hätten Angst um ihre Jobs, Hartz-IV-Berechtigte bekämen praktisch nichts aus den ganzen Corona-Paketen. „Und dann beantragt ein Proficlub, der Millionengehälter zahlt, Hilfen aus dem Corona Topf?“, sagte der Linken-Chef. „Dafür habe ich wenig Verständnis.“

Der Erstliga-Aufsteiger VfB Stuttgart hat nach eigenen Angaben einen Antrag auf einen Hilfskredit aus dem Corona-Sonderprogramm der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) gestellt. Dabei handelt es sich nach Informationen unserer Zeitung um eine Summe von zehn bis 15 Millionen Euro. Über den Antrag soll von Seiten der Bundesregierung in den kommenden Tagen mit dem Verein gesprochen werden.

CDU: Kein Problem mit Krediten selbst für den FC Bayern München

Der Vorsitzende der FDP in Baden-Württemberg, Michael Theurer, sieht in dem Hilfsgesuch des VfB Stuttgart kein Problem. „Die Fußballvereine im Profisport insgesamt sind durch die Corona-Pandemie in große Schwierigkeiten geraten“, sagte Theurer unserer Zeitung. Wenn die Bundesligisten einen wirtschaftlichen Tätigkeitsbereich hätten, seien sie wie andere Wirtschaftsunternehmen zu behandeln. „Wenn also Staatshilfen zur Verfügung gestellt werden, dann müssen die gleichen Kriterien gelten. Insofern ist ein Zugang zum Kreditprogramm der KfW in Ordnung.“

Auch die CDU will die Proficlubs nicht von den staatlichen Corona-Hilfsprogrammen ausschließen. „Ich hätte kein Problem mit verzinslichen KfW-Krediten für Fußball-Bundesligisten - selbst wenn es Bayern München wäre“, sagte der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion, Christian von Stetten. „Die Hilfe ist für Unternehmen gedacht, die wegen Corona unverschuldet in wirtschaftliche Probleme geraten sind - wenn ihre Kunden aufgrund eines Regierungserlasses aus den Stadien ausgesperrt werden, ist das der Fall“, so der CDU-Bundestagsabgeordnete aus Künzelsau.

Kreditprogramm steht allen Bundesligisten offen

Das Sonderkreditprogramm der KfW für Unternehmen, die wegen der Corona-Pandemie in finanzielle Schwierigkeiten geraten sind, steht allen Bundesligisten zur Verfügung. Das gilt nach Angaben von KfW und Bundeswirtschaftsministerium auch für Vereine, die wie der SC Freiburg ihre Profiabteilung noch nicht aus dem Verein ausgegliedert haben. Entscheidend für einen Kredit sei die „Gewinnorientierung“ des Antragstellers, sagte ein KfW-Sprecher unserer Zeitung. „Beim Profifußball unterstellen wir das.“ Die Mittel aus dem Kredit müssten dann aber auch für den gewerblichen Teil des Vereins genutzt werden.




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