Reaktionen zu Rock am Ring "Gesundheit geht über den Geldwert"

Schluss und vorbei. Das Festival Rock am Ring ist wegen der Unwetterwarnungen abgebrochen worden. Das sorgt für Unmut in den sozialen Netzwerken.  Foto: dpa
Schluss und vorbei. Das Festival Rock am Ring ist wegen der Unwetterwarnungen abgebrochen worden. Das sorgt für Unmut in den sozialen Netzwerken. Foto: dpa

Wegen drohender Unwetter ist das Festival "Rock am Ring" in Rheinland Pfalz vorzeitig abgebrochen worden. Auf Facebook entlädt sich unterdessen die Enttäuschung der Festivalbesucher.

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Das beliebte Festival "Rock am Ring" in Mendig in Rheinland-Pfalz ist wegen des Wetters am Sonntag abgebrochen worden. Bereits am Freitagabend war ein schweres Gewitter über das Festival hereingebrochen. Über 80 Menschen wurden verletzt. Am Samstag entschlossen sich die Organisatoren zunächst für eine zwischenzeitliche Unterbrechung. Offiziell sollte es danach aber weitergehen. Dann die Nachricht vom Abbruch: "Aufgrund der Unwetterwarnung für den Sonntag entzog die Verbandsgemeinde Mendig heute die Spielgenehmigung für den finalen Festivaltag am Sonntag", so das Statement auf der "Rock am Ring"-Facebookseite. "In Verantwortung für das Wohlergehen der Fans akzeptieren die Veranstalter diese Entscheidung", heißt es.

"Wir sind ziemlich geschockt und betroffen", sagt Konzertveranstalter Marek Lieberberg in einem Videointerview auf Facebook. "Es ist die gravierendste Situation in 32 Jahren Festivalgeschichte." Eine der verletzten Personen befinde sich noch immer in einem kritischen Zustand. Der Veranstalter bittet um Verständnis für den Abbruch. Das Unwetter sei ein Fall von höherer Gewalt. "Ich denke jeder vernüftige Mensch kann das verstehen. Wo Menschenleben gefährdet sind, da kann die Musik nicht spielen."

Mit Kraftausdrücken wird nicht gespart

In den sozialen Netzwerken hat die Nachricht über den Abbruch einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Die Unwetterwarnungen seien schon zu Beginn der Woche bekannt gewesen, schimpft eine Userin mit dem Namen Sandy Candy auf Facebook. "Meiner Meinung nach wurde verantwortungslos gehandelt: Das Festival hätte von Anfang an abgesagt/ verschoben werden sollen", schreibt sie. "Geld ist offensichtlich schöner als mal den gesunden Menschenverstand einzuschalten". Manche Festivalbesucher sparen in ihrer Wut auch nicht mit Kraftausdrücken und lassen ihrem Ärger auf Facebook freien Lauf.

Andere hingegen versuchen die aufgebrachten Fans mit mal mehr und mal weniger Feingefühl zu beschwichtigen: "Versetzt euch mal in die Lage des Veranstalters und allen anderen Leuten, die eine Verantwortung für 90.000 Personen tragen", schreibt Marco Brauner. Ruwen Griebel wählt die direktere Art: "Dummschwätzer, man hat am Freitag gesehen was passiert wenn ein Blitz einschlägt." Melvin Hübgen sieht es nüchtern: "Mit dem Kauf der Karte, kauft man das Risiko leider mit", schreibt er. "Aber Gesundheit geht über den Geldwert, den man für die Karte bezahlt hat". Sein Trost: "Kopf hoch Leute, es gibt immer ein nächstes Mal."

Forderungen nach Entschädigung

Trotz Wut und Enttäuschung scheint das Verständnis für den Abbruch zu überwiegen. "Wer bei solchen Ausnahmesituationen meckert und jetzt alle als Weicheier abstempelt, soll mal selber die gesamte Verantwortung für fast 100.000 Menschen auf sich nehmen", schreibt beispielsweise Lukas E. Porty. Ein anderer User pflichtet ihm bei: "Richtige Entscheidung. Gute Heimreise! Das Leben geht weiter!" Mirko Reemtsma drückt es etwas deutlicher aus: "Muss erst jemand sterben bevor ihr akzeptiert, dass es das Beste ist, das zu beenden?"

Zwischen den Kommentaren werden wegen des vorzeitigen Abbruchs auch Forderungen nach Entschädigung laut. "Meine Lieblingsband darf ich ja jetzt nicht mehr sehen", schreibt Shojo Chocoholic. Andere Facebook-User beantworten sich diese Frage schon selbst: "Nein, für höhere Gewalt kann niemand was", schreibt Kay Neumann.

Patrick Sprung schreibt: "Leute für was wollt ihr euer Geld zurück? Kann der Veranstalter was für das Wetter? Seid doch mal froh das ihr nicht im Krankenhaus liegt. Schon geil, dass euch Geld wichtiger ist als eure Gesundheit." Andere freuen sich, dass sie in diesem Jahr vorzeitig abgereist oder gar nicht erst angereist sind. "Zum Glück habe ich kein Ticket mehr bekommen", freut sich André Tolle. Mario Kloschinski schreibt: "Übrigens ist mein Bett mega bequem."

Am Ende siegt eben doch der Humor. Das zeigt sich in kreativen Vorschlägen: "Können wir nicht Montag weitermachen?", fragt Philip Noise. "Da sind 30 Grad angesagt." Hai Dre hat eine andere Idee: "Wird dann nächstes Jahr ein Tag angerechnet?"




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