Reaktorsicherheit in Deutschland Training, Reaktion und ständige Bereitschaft

Von Hans-Arthur Marsiske 

Wie oft trainieren Sie mit den Geräten?

 

Unsere Stammbelegschaft von 23 Mitarbeitern ist dafür zuständig, jeweils ein Gerät zu betreuen, die Ausbildung zu organisieren, die Instandhaltung und die Modernisierung zu betreiben. Dann kommen mehrmals im Jahr Mitarbeiter zur KHG, die normalerweise in kerntechnischen Anlagen arbeiten, um für einige Wochen hier mit den Geräten zu trainieren. Bei den anspruchsvollsten Systemen haben wir pro Jahr zehn Trainingswochen, die in fünf Blöcke von je zwei Wochen aufgeteilt sind.

Der Gerätepark befindet sich bei Ihnen in der Nähe von Karlsruhe. Wie schnell können Sie von dort aus auf kerntechnische Unfälle reagieren?

In Einzelverträgen mit jeder kerntechnischen Anlage ist festgelegt, wie die Arbeitsteilung auszusehen hat. Sofortmaßnahmen müssen durch Kräfte vor Ort ausgeführt werden. Die KHG kann den Betreiber dann nach festgelegten Zeiten unterstützen. Unsere Bereitschaft rund um die Uhr stellt sicher, dass innerhalb einer Stunde nach dem Alarm der Betrieb hier an der zentralisierten Stelle hochläuft. Nach spätestens zwei weiteren Stunden können wir die angeforderten Geräte auf die Reise schicken.

Wie groß ist der Aufwand, diese Bereitschaft aufrechtzuerhalten?

Zusätzlich zur Stammbelegschaft gibt es etwa 140 weitere Mitarbeiter. Unser jährliches Budget liegt bei sechs Millionen Euro.

Rechnen Sie damit, dass Sie noch Gerät nach Japan schicken werden?

Das lässt sich derzeit nicht abschätzen. So wie wir es verstehen, ist man dort momentan in der Phase der Informationsaufnahme, bei der etwa die von einer US-Firma bereitgestellten Roboter eine Rolle spielen könnten. Was daraus dann für weitere Schritte abgeleitet werden, ist nicht absehbar. Das Angebot der deutschen Energieversorger, den japanischen Kollegen zu helfen, steht aber nach wie vor.

Roboter allein werden ohnehin nicht viel nützen, wenn sie nicht von Menschen begleitet werden, die sie bedienen können.

Richtig. Die Struktur bei der KHG ist daher so aufgebaut, dass wir Leute als Bediener ausbilden, die eine gute Orts- und Anlagenkenntnis haben. Das Wissen der Fernhantierungstechnik allein reicht nicht. Sie müssen sich auch in der kerntechnischen Anlage gut auskennen, sonst sind sie dort verloren - auch mit einem noch so guten Fahrzeug.