Realschulprüfungen Aufregend – auch für die Lehrer

Von Ina Schäfer 

1400 Stuttgarter Realschüler stecken mitten im Prüfungsstress. Am Mittwoch haben sie mit dem Fach Deutsch die erste Hürde auf dem Weg zum Abschluss genommen. Lesen Sie, was die Schüler gefragt wurden.

In der Ruhe liegt die Kraft – auch für die Realschüler. Foto: Gottfried Stoppel
In der Ruhe liegt die Kraft – auch für die Realschüler. Foto: Gottfried Stoppel

Stuttgart - Ein Schüler verlässt das Klassenzimmer im ersten Stock der Neckar-Realschule im Stuttgarter Norden. Noch bevor er die Tür hinter sich zugezogen hat, stürmt er wieder nach drinnen. „Handy vergessen“, zischt er kurz, holt es, und geht schnell wieder nach draußen. Die Nervosität ist wie diesem Schüler an diesem Tag vielen deutlich anzumerken – auch noch nach der Prüfung. „Die Themen waren heute nicht schwieriger als in Klassenarbeiten, aber jetzt ist einfach mehr Druck da“, sagt der Jugendliche und verlässt das Schulgebäude.

Für die Realschüler in Baden-Württemberg hat am Mittwoch die heiße Phase ihrer Schullaufbahn begonnen. Die Deutschprüfung war der Startschuss der Realschulabschlussprüfungen an 429 öffentlichen, 74 privaten und an 39 Abendrealschulen in Baden-Württemberg. Insgesamt nehmen nach Angaben des Kultusministeriums rund 43 000 Realschülerinnen und Realschüler daran teil. 1400 sind es in Stuttgart.

Die Prüflinge hatten die Wahl zwischen vier Themen. Wer sich für Prosa entschied, durfte sich mit Gabriele Wohmanns „Ein netter Kerl“ auseinandersetzen, eine Kurzgeschichte über eine fünfköpfige Familie. In der Lyrik-Aufgabe war Erich Frieds Gedicht „Einerlei“ zu interpretieren. In der Aufgabe „Produktiver Umgang mit Texten“ bestand für Schulen erstmals die Möglichkeit zu wählen, ob sie das Buch „Zweier ohne“ von Dirk Kurbjuweit oder „Andorra“ von Max Frisch unterrichten wollen. Das Rahmenthema für die Aufgabe „Texte lesen, auswerten, schreiben“ war in diesem Jahr „Generation online – Leben in verschiedenen Welten?“. Die Schülerinnen und Schüler, die dieses Thema gewählt haben, sollten einen Text verfassen, wie das Internet das Sozialverhalten beeinflusst.

Am Dienstag steht Mathe auf dem Plan

„Die Abschlussprüfungen sind auch für uns Lehrer sehr aufregend“, sagt Christiane Stoll, die seit zehn Jahren an der Neckar-Realschule Deutsch unterrichtet und an diesem Tag als Aufsicht in den Klassenzimmern eingeteilt war. „Man hofft, dass man die Schüler umfassend vorbereitet hat und sie alle ihre Chancen nutzen können.“

Jetzt haben die Prüflinge erst einmal ein paar Tage Verschnaufpause und Zeit, sich auf die kommenden Aufgaben vorzubereiten. Am nächsten Dienstag wird die schriftliche Prüfung im Fach Mathematik abgelegt. Direkt im Anschluss, am 7. und am 8. Mai, folgen die Prüfungen in den beiden Pflichtfremdsprachen Englisch und Französisch. Zwischen dem 30. Juni und dem 18. Juli werden die mündlichen Prüfungen abgelegt.

Im Rahmen dieser Prüfung müssen die Schülerinnen und Schüler eine sogenannte „fachübergreifende Kompetenzprüfung“ bestehen. Darin werden Inhalte von mindestens zwei Fächern oder Fächerverbünden des Bildungsplans abgefragt. Die schon im Herbst gewählten Themen sind im Team bearbeitet worden und werden innerhalb der mündlichen Prüfungen ebenfalls in Gruppen präsentiert und reflektiert.

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