Recaro in Schwäbisch Hall Corona trifft Recaro Aircraft Seating hart

Am Standort Schwäbisch Hall wird gebaut, hier sind die Jobs bis Mitte 2023 gesichert. Foto: Recaro

Weil Corona die Luftfahrt in die Krise gestürzt hat, hat auch der Flugzeugsitz-Spezialist Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall massiv Umsatz und Jobs eingebüßt. Warum dennoch Zuversicht herrscht.

Wirtschaft: Imelda Flaig (imf)

Schwäbisch Hall - Beim Flugzeugsitz-Hersteller Recaro Aircraft Seating in Schwäbisch Hall hat das Corona-Jahr tiefe Spuren hinterlassen. Der Umsatz ist 2020 um rund 60 Prozent auf 295 Millionen Euro eingebrochen. 2019 waren es noch über 700 Millionen Euro. Die Jahre zuvor hatte das Unternehmen zweistellige Wachstumsraten verzeichnet.

 

Der massive Einbruch hat auch auf die Beschäftigung durchgeschlagen – bis zu 30 Prozent der Mitarbeiter wurden an den Standorten abgebaut. Weltweit beschäftigt das Unternehmen 2100 Mitarbeiter an fünf Standorten.

Crashanlage und Brandlabor

Am Stammsitz Schwäbisch Hall konnten Arbeitnehmervertreter und Geschäftsführung allerdings eine Einigung erzielen, sodass die rund 1100 Jobs bis Mitte des Jahres 2023 gesichert sind. So lange sind betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen. Im Gegenzug verzichten die Mitarbeiter auf einen Teil ihres Einkommens. Außerdem wird am Standort weiter gebaut – unter anderem entsteht hier ein neuer Kundenservice-Bereich, eine Crashanlage und ein Brandlabor, die Eröffnung ist für Herbst geplant.

Man baue die globale Präsenz weiter aus und arbeite an neuen Innovationen, heißt es in einer Mittelung des Unternehmens. „Ich bin zuversichtlich und optimistisch, dass wir gestärkt aus der aktuellen Krise hervorgehen“, so Mark Hiller, Geschäftsführender Gesellschafter des Familienunternehmens.

Einstieg in den Markt für Regional-Jets

Zu Beginn der Krise habe man schnell gehandelt, notwendige Anpassungen vorgenommen und die Kosten an allen Standorten um rund 18 Prozent reduziert. Managementteams hätten durch Gehaltskürzungen zu zusätzlichen Einsparungen beigetragen, und die Einführung von Kurzarbeit am Standort Schwäbisch Hall habe ebenfalls geholfen, Ressourcen zu sichern, heißt es weiter.

Obwohl es laut Unternehmen 2020 viele Herausforderungen gab, flog der bisher leichteste Recaro Economy-Class-Sitz zum ersten Mal bei TAP Air Portugal und KLM Royal Dutch Airlines. Zudem ist Recaro erstmals in den Regional-Jet-Markt eingestiegen.

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