Recherche von Enthüllungsreportern Drogenhändler nutzen Instagram als Umschlagplatz

Von red/dpa 

Cannabis, Ketamin, Ecstasy, Diazepam, Lean: Laut Recherchen von Enthüllungsreportern nutzen Drogenhändler die Social-Media-Plattform Instagram für Geschäfte mit illegalen Substanzen und verschreibungspflichtigen Medikamenten.

Der Onlinedienst, der zu Facebook gehört, entferne entsprechende Inhalte, sobald man sie finde. Foto: imago images/Thomas Trutschel
Der Onlinedienst, der zu Facebook gehört, entferne entsprechende Inhalte, sobald man sie finde. Foto: imago images/Thomas Trutschel

Berlin - Drogenhändler nutzen die Social-Media-Plattform Instagram laut Recherchen von Enthüllungsreportern für Geschäfte mit illegalen Substanzen und verschreibungspflichtigen Medikamenten. Nach zehn „juristisch überwachten Käufen“ bei verschiedenen Anbietern habe die Redaktion neben Cannabis auch Ketamin, Ecstasy, Diazepam, Lean (Zitronenlimonade mit codeinhaltigem Hustensaft und Promethazin), den verschreibungspflichtigen Hustensaft Makatussin sowie Morphin zugeschickt bekommen. Das berichtete STRG_F, das Investigativteam von Funk, dem digitalen Jugendangebot von ARD und ZDF, am Dienstag.

Drogen sind echt und wirksam

Ein Facebook-Sprecher verwies auf Anfrage von STRG_F darauf, dass Drogenhandel auf Instagram verboten sei. Der Onlinedienst, der zu Facebook gehört, entferne entsprechende Inhalte, sobald man sie finde. „Zwischen Januar und März hat die Plattform 1,3 Millionen Inhalte entfernt, die im Zusammenhang mit Drogenverkäufen standen“, erläuterte der Facebook-Sprecher. 95 Prozent davon habe man proaktiv gefunden, bevor sie jemand gemeldet habe. Man investiere außerdem in Technologien und in die Zusammenarbeit mit Sicherheitsexperten.

Eine erste Untersuchung der Medizinischen Hochschule Hannover belegt dem STRG_F-Bericht zufolge, dass die Drogen echt und wirksam sind. Im Verlauf der Anfragen habe der Instagram-Algorithmus immer mehr Drogen-Accounts vorgeschlagen, gleichzeitig seien der Redaktion immer mehr Nachrichten von Dealern geschickt worden. Über diese Accounts würden auch Drogen wie Kokain, LSD und Crystal Meth vertrieben.

Unsere Empfehlung für Sie