Recht auf Mehrweg-Alternativen Jetzt kommt es auf die Verbraucher an

Ab Januar gibt es die Wahl: In den meisten Cafés, Supermärkten und Geschäften können die Verbraucher auch Mehrwegverpackungen für das Essen und Trinken to go fordern. Foto: IMAGO/Gottfried Czepluch

Wer Essen oder Getränke zum Mitnehmen kauft, kann künftig auf eine Mehrwegverpackung bestehen. Das sollten die Verbraucher nutzen, meint Daniel Gräfe.

Geld/Arbeit: Daniel Gräfe (dag)

Wer in eine Burgerkette geht, weiß, wie viel Müll die Einwegverpackungen stündlich hinterlassen. Aber auch der Plastikmüll, der vor allem zur Mittagszeit aus Supermärkten, Metzgereien oder Cafés getragen wird, steht hinter dem kaum zurück. Die Folgen lassen sich nicht nur in der Größe der Gelben Säcke oder der Verschmutzung der Meere mit Mikroplastik ablesen, sondern auch an überquellenden Mülleimern und den Hinterlassenschaften auf öffentlichen Plätzen und Straßen. Das ist nicht nur ärgerlich und umweltfeindlich, sondern wird für die Kommunen und damit für die Steuerzahler auch immer teurer.

 

Dass dem Einwegverpackungswahn ab Januar – von Kleinbetrieben abgesehen – zumindest eine sinnvollere Mehrwegalternative zur Seite gestellt werden muss, ist ein wichtiger und schon lange überfälliger Schritt. Fast 800 Tonnen Verpackungsmüll produzieren die Bürger in Deutschland täglich, weil sie Speisen und Getränke als Mitnahme-Verpackungen wählen.

Die Deutsche Umwelthilfe hat berechnet, dass der Ersatz von Einwegverpackungen und -bechern durch Mehrwegalternativen 490 000 Tonnen Kohlenstoffdioxid einsparen könnte.

Zusammenarbeit ist gefragt

Die Argumente sind also glasklar. Natürlich ist es für die Gastronomen eine Umstellung, natürlich kostet diese Umstellung zumindest anfangs auch Geld. Doch langfristig spart sie Kosten und bindet Kunden. Vor allem aber ist sie notwendig. Wie sehr sie angenommen wird, kommt jetzt auf die Verbraucher an, die ab Januar fast überall die Wahl haben. Und auf die Händler und Gastronomen selbst: Wenn sie zusammenarbeiten und sich Becher und Teller an möglichst vielen Orten zurückgeben lassen, wird sich die Mehrweg-Alternative schon bald zur Erfolgsgeschichte entwickeln.

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