Ein 48-jähriger Mitarbeiter aus dem Sindelfinger Mercedes-Benz-Werk hat sich erfolgreich gegen eine Abmahnung gewehrt.

Sindelfingen - Ein Daimler-Mitarbeiter hat sich erfolgreich gegen eine Abmahnung wegen Störung des Betriebsfriedens und des Produktionsablaufs gewehrt. Sein Arbeitgeber muss die Abmahnung aus den Personalakten des 48-Jährigen entfernen, so das Urteil des Richters am Mittwoch. Der langjährige Mitarbeiter in der E-Klasse-Montage im Sindelfinger Mercedes-Benz-Werk hatte im Dezember vor einem Jahr wegen der angespannten Personalsituation in der Frühstückspause eine Versammlung mitorganisiert. Zusammen mit rund 180 Kolleginnen und Kollegen, die teilweise Trillerpfeifen bei sich hatten und auch benutzten, war er vor das Betriebsratsbüro gezogen, wo sie sich über die Arbeitsbedingungen speziell für Ältere und Leiharbeiter beschwerten. Die 15-minütige Pause hätten sie dafür nicht überschritten, betonte Familienvater vor Gericht. Das Band habe nicht wieder pünktlich um 9 Uhr anlaufen können, weil nicht genügend Leute an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt seien, sagte dagegen die Daimler-Anwältin. Deshalb stand das Band drei Minuten länger still als geplant.