Wer den Abriss durch die damit beauftragten Spezialisten der Kirchheimer Firma Feeß aus dem Kreis Esslingen beobachtet hat, dem drängt sich die Frage auf, was eigentlich mit den Massen an Bauschutt konkret geschieht. Früher und zu oft auch noch heute ist die Antwort einfach: Er wandert auf die Deponie.
Architekturstudenten und Bauingenieure werden geschult
Dem Geschäftsführer der Firma, Walter Feeß, lässt diese Verschwendung wertvoller Ressourcen keine Ruhe. „Weltweit sind 55 Prozent aller Abfälle mineralische Abfälle wie Bodenaushub, Asphalt oder Bauschutt“, sagt der 67-Jährige. Bis zu 200 Millionen Tonnen fielen davon jährlich allein in Deutschland an, dabei rund 60 Millionen Tonnen Bauschutt, „die wir zu 70 bis 80 Prozent in den Wirtschaftskreislauf zurückführen können“, sagt Walter Feeß.
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Im Fall der 2000 bis 3000 Tonnen der Volksbank Stuttgart soll das auch geschehen, denn Walter Feeß gilt bundesweit als einer der Pioniere beim Recycling von Bauschutt. Eher zufällig kam er dazu, als 2010 unter seiner Beteiligung in Stuttgart 108 Wohnungen aus sogenanntem R-Beton – ressourcenschonendem Beton mit einem erheblichen Anteil von aufbereitetem Bauschutt – entstanden sind. Seitdem hat Walter Feeß für das Thema Feuer gefangen, Kreislaufwirtschaft ist zu seiner Passion geworden. In Kirchheim hat er ein Kompetenzzentrum Kreislaufwirtschaft errichtet. Dort werden künftige Entscheider und Planer wie Architekturstudenten und angehende Bauingenieure geschult. Die Kurse sind oft ausgebucht. Nach nach Überzeugung von Walter Feeß hat die Politik die Bedeutung des Themas erkannt, jedoch hapere es oft an der praktischen Umsetzung. Es gebe mitunter Vorbehalte gegen R-Beton, obwohl dessen Tragfähigkeit längst nachgewiesen sei. Vor allem dem Einsatz von feinen Partikeln, dem Betonbrechsand, stünden auch noch gesetzliche Hürden entgegen. „Das wird jetzt aber geändert“, sagt Walter Feeß.
Der Bauschutt wird gewaschen und aufbereitet
Das Bewusstsein, dass Recyclingmaterial ein wertvoller Rohstoff ist, muss nach Überzeugung des Trägers des baden-württembergischen und des deutschen Umweltpreises in die Köpfe der Fachleute. Nicht nur für die Frostschutzschicht im Straßenbau, sondern eben auch im anspruchsvolleren Hochbau sollten Recyclingprodukte vermehrt eingesetzt werden. Dazu ist schon beim Abbruch auf der Baustelle eine Trennung verschiedener Abfallgruppen notwendig. Anschließend muss der Bauschutt in einer speziellen Anlage, wie sie Walter Feeß vor elf Jahren errichtet hat, gewaschen und aufbereitet werden.
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Auf diese Weise kann nicht nur auf unzählige Lastwagenfahrten zu den Deponien verzichtet und somit der CO2-Ausstoß verringert werden. Entlastet werden damit auch die Deponien selbst, von denen es bundesweit immer weniger gibt. Hinzu kommt, dass bei der Produktion von Zement, der bei der Betonherstellung unverzichtbar ist, enorme Energiemengen benötigt werden. Weltweit sollen sechs Prozent aller CO2-Emissionen bei der Zementproduktion entstehen, etwa das Dreifache der Menge, die in Deutschland ausgestoßen wird.
„Wir brauchen mehr Kreislaufwirtschaft, damit auch nachfolgende Generationen eine lebenswerte Umwelt haben“, fordert deshalb Walter Feeß. Beim Fellbacher Bauprojekt der Volksbank Stuttgart ist diese Vision bereits Wirklichkeit. „Wir verwenden beim Neubau R-Beton“, sagt Jörg Bürkle, der Geschäftsführer der Baugruppe Bürkle.