Rede zur Lage der Nation Obama will umverteilen

Der US-Präsident Barack Obama hat in seiner Rede zur Lage der Nation eine Erneuerung Amerikas beschworen. Er hat bei den Wählern beliebte Pläne vorgestellt. Und die Republikaner haben ein Problem.

Korrespondenten: Damir Fras (fra)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Washington - Als lahme Ente, nur weil er die geballte Mehrheit der Republikaner im US-Parlament gegen sich hat, will sich Barack Obama ganz offensichtlich noch lange nicht fühlen. Im Gegenteil: Er legt ein Tempo vor, das eher an einen frischgewählten Präsidenten erinnert als einen Mann, der schon in sein siebtes Amtsjahr im Weißen Haus geht.

„Der Schatten der Krise liegt hinter uns“, sagt Obama am Dienstagabend im US-Kongress während der traditionellen Rede zur Lage der Nation. Der erste schwarze US-Präsident kündigt in Washington an, sich in den kommenden zwei Jahren vor allem um die Mittelschicht in Amerika kümmern zu wollen. Die Amerikaner, das zeigen Umfragen, freuen sich über die guten Nachrichten. Und die Republikaner, gerade noch berauscht vom Sieg bei den Kongresswahlen im November, haben nun das Problem, im Zweifel populäre Vorschläge ablehnen zu müssen.

Obama beschwört einen Neuanfang Amerikas

Mehr als die Hälfte seiner einstündigen Rede widmet Obama an diesem Abend der Wirtschafts- und Sozialpolitik. Er beschwört einen Neuanfang Amerikas. Die schlechten Zeiten seien für die meisten Amerikaner vorbei, sagt Obama und gibt sich zuversichtlich. Detailliert führt er auf, dass die Abhängigkeit der USA von Öl- und Gasimporten so gering sei wie zuletzt vor 30 Jahren. In den vergangenen Jahren seien mehr als elf Millionen Arbeitsplätze im privaten Sektor geschaffen worden.

Amerika ist im Boom. Die Arbeitslosenquote ist so niedrig wie zuletzt Ende der 90er Jahre, als Bill Clinton im Weißen Haus regierte. Die Aktienkurse steigen, das Staatsdefizit sinkt leicht, die Löhne legen langsam wieder zu.

Jetzt seit die Zeit gekommen, um der Mittelschicht einen Teil des wirtschaftlichen Ertrages zukommen zu lassen, sagt Obama während seiner Rede. Jeder in der US-Gesellschaft müsse eine faire Chance haben: „Werden wir eine Wirtschaft hinnehmen, in der nur wenige von uns spektakulär gut abschneiden? Oder werden wir uns einer Wirtschaft verpflichten, die wachsende Einkommen und Möglichkeiten für alle schafft, die sich anstrengen?“

Es sind Suggestivfragen, die Obama während seiner Rede stellt und für die er mehrfach lauten Applaus von den demokratischen Abgeordneten aus US-Senat und Repräsentantenhaus bekommt. Der Präsident wird am diesem Abend im US-Kapitol von den Seinen gefeiert.




Unsere Empfehlung für Sie