Regeln beim Blutspenden Diskriminierung beim Blutspenden aufgehoben
Der Bundestag beendet die Diskriminierung beim Blutspenden – das ist richtig und wichtig, kommentiert Bettina Hartmann.
Der Bundestag beendet die Diskriminierung beim Blutspenden – das ist richtig und wichtig, kommentiert Bettina Hartmann.
Blutkonserven sind knapp. Trotzdem durften homo- und bisexuelle Männer in Deutschland lange nur unter Vorbehalt spenden. Denn von der Bundesärztekammer wurden sie als Risikogruppe eingestuft: eine massive Diskriminierung.
Nun hat der Bundestag das Relikt aus den 80er Jahren, der Zeit der Aids-Krise, endlich mit den Stimmen der Ampelkoalition abgeschafft. Künftig darf nicht mehr die sexuelle Orientierung zu einem Ausschluss führen, stattdessen ist das individuelle Verhalten entscheidend. Zudem fällt die bisherige Altershöchstgrenze für Spendewillige.
Beides ist richtig und wichtig. Denn bei aller Vorsicht, die das höchst sensible Thema Blutspende gebietet, ist klar: Die individuelle Gesundheit des Spenders ist entscheidend – und beim Sex das individuelle Verhalten. Wer ungeschützt mit häufig wechselnden Partnern Verkehr hat, erhöht die Gefahr, sich mit einer sexuell übertragbaren Krankheit zu infizieren. Verantwortungsbewusst ist, wer in solchen Fällen kein Blut spendet – egal, ob homo-, bi-, trans- oder heterosexuell. Andere Länder haben ihre Gesetze übrigens längst angepasst. Als Nebeneffekt ist die Zahl der Blutspender gestiegen.