Region Filderstadt: Fildorado ist ein Aushängeschild

Von Ulrike Otto 

Ein Exot unter den kommunalen Bädern ist sicher das Fildorado in Filderstadt-Bonlanden. Auch hier änderte eine große Investition den Status quo. In den 1970er gebaut, wurde das Erlebnisbad 2006 komplett saniert und ausgebaut. „Man entschied sich damals, eine reine Betriebs-GmbH zu gründen. Der Besitz ging von der Stadt auf die Stadtwerke über“, berichtet Georg Braunmüller, der Kämmerer von Filderstadt. Die Filderstadtwerke haben das Bad nun an die Betriebs-GmbH verpachtet, gleichzeitig gibt es einen so genannten Ergebnisabführungsvertrag. Alle Gewinne, die das Fildorado erwirtschaftet, müsste es abführen. Gleichzeitig richtet sich der Pachtzins nach dem Umsatz.

Klingt etwas kompliziert. Bietet laut Kämmerer aber verschiedene Vorteile. „Größere Sanierungen oder Neubauten zahlt der Vermieter. Der Pächter hingegen verpflichtet sich, das Gebäude zu erhalten. Wie bei einem normalen Pachtvertrag auch“, sagt Braunmüller. Gleichzeitig wird auch hier der steuerliche Querverbund genutzt, also Verluste mit Gewinnen aus anderen Sparten verrechnet und somit die Steuerlast verringert. Rund 1,3 bis 1,5 Millionen Euro Minus müssen beim Fildorado ausgeglichen werden. „Dafür haben wir 600 000 Besucher pro Jahr. Das Fildorado ist ein Aushängeschild für die Stadt“, meint der Kämmerer.

Der steuerliche Querverbund greift aber nicht nur beim Spaßbad. Auch die anderen Bäder sind 2006 an die Stadtwerke gegangen: ein Freibad beim Fildorado, ein Hallenbad sowie drei Lehrschwimmbecken. Ob die Stadt Geld zuschießt, entscheide der Gemeinderat jedes Jahr.

Georg Braunmüller sieht in dem Konstrukt „Bäder bei den Stadtwerken“ nicht die alleinige Antwort auf das Defizitproblem kommunaler Bäder. „Das ist alles eine Frage der Ausgestaltung“, sagt der Finanzexperte. Man könne der Verwaltung in der Hauptsatz viel Freiraum für Entscheidungen einräumen, die diese dann selbstständig und zügig treffen könne. “Man kann aber auch eine Betriebssatzung so eng fassen, dass der Betriebsleiter alles vor den Gemeinderat bringen muss“, sagt Braunmüller.




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