Regionale Schulentwicklung Opposition sieht Schließungsprogramm

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Die kommunalen Spitzenverbände waren zwar in die Verhandlungen eingebunden, bewerten die Eckpunkte der Landesregierung aber unterschiedlich. Dem Gemeindetag sind die Mindestzahlen zu hoch. Die Vertretung vor allem der ländlichen Kommunen fürchtet ein Schulsterben in der Fläche. Der Städtetag sieht den Plan mit Sympathie.

Die Wirtschaft zeigt sich prinzipiell erleichtert. „Ein regionaler Schulentwicklungsplan ist in Zeiten des demografischen Wandels längst überfällig,“ sagte Stefan Küpper, der Geschäftsführer für Bildung der Landesvereinigung Baden-Württembergischer Arbeitgeberverbände. „Wir begrüßen, dass die Landesregierung dies jetzt endlich angehen will.“ Nur so könne der „Aufbau kostspieliger Parallelstrukturen und das Vorhalten extrem teurer Klein- und Kleinstschulen“ verhindert werden. Hintergrund der Planungsnotwendigkeit ist, dass im Land 2020 mit rund 150 000 Schüler weniger gerechnet wird als heute.

Unklare Zukunft für Realschulen

Die Kommunen als Schulträger seien jetzt „am Zug, den Prozess voranzutreiben“, sagte der Landeshandwerkspräsident Joachim Möhrle. Er forderte, die Regierung müsse auch die Entwicklung bei den beruflichen Schulen steuern.

Die oppositionelle CDU sieht in den Eckpunkten indes ein „eiskaltes Schulschließungsprogramm“, sagte der bildungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Georg Wacker. Mit der starren Vorgabe von mindestens 40 Schülern zerstöre Grün-Rot die gewachsenen Schullandschaften im ländlichen Raum. Für die FDP erklärte deren schulpolitischer Sprecher Timm Kern, es sei unklar geblieben, wie es in Zukunft um die Realschulen bestellt sei.

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