Eine Studie der Wirtschaftsregion hat die Stärken der Forscher und Unternehmen in und rund um die Landeshauptstadt untersucht.

Entscheider/Institutionen : Kai Holoch (hol)

Die baden-württembergische Wirtschaftsministerin Nicole Hoffmeister-Kraut wird nicht müde zu betonen, dass die Landeshauptstadt und die umliegenden Kreise bei zukunftsweisenden Technologien speziell in der IT-Branche weltweit spitze sind. Ziel der Region Stuttgart müsse es sein, diese Position zu verteidigen.

 

Das Rundumlob der Ministerin lässt ein wenig außer acht, dass die IT-Branche sich aus sehr vielen Teilbereichen zusammensetzt und dass Stuttgart gewiss in manchen dieser Bereiche glänzt. An anderen Stellen gibt es aber durchaus weiße Flecken.

Auch in der Quantentechnologie liegt Stuttgart weit vorne

Das war für die Wirtschaftsförderung Region Stuttgart (WRS) Anlass genug, einmal genauer hinzuschauen. Nun hat die WRS – unterstützt vom Beratungsunternehmen Meyer Industry Research – ihre Studie „Zukunftspotenziale der IT-Hardware-Entwicklung und -Produktion in der Region Stuttgart“ vorgelegt. Sie befasst sich mit der Frage, welche Potenziale sich aus Entwicklungen in der IT-Branche für die Region Stuttgart ergeben können – in den Bereichen Ansiedlung, Start-ups und Entwicklung regionaler Unternehmen.

Das Ergebnis lässt sich knapp zusammenfassen. Es gibt drei Bereiche, die die Unternehmen und Forschungseinrichtungen in den Mittelpunkt ihres Engagements stellen sollten: „Unsere Studie empfiehlt, dass sich die Region Stuttgart künftig stärker auf anwendungsspezifische Halbleiter, Quantentechnologie sowie Sensorik und kognitive Robotik fokussieren sollte“, sagt Michael Kaiser, der Geschäftsführer der WRS. Das gelte nicht nur für den Bereich Entwicklung, sondern auch für die Produktionstechnik und die Produktion selber.

Standortbedingungen für Start-ups sollen verbessert werden

Die Studie liefert zudem Handlungsempfehlungen für die WRS selber: Unter anderem sollen bereits bestehende regionale Strukturen unterstützt, die Standortbedingungen für Start-ups, Neuansiedlungen und etablierte Unternehmen verbessert und die Kommunikation innerhalb des Ökosystems ausgebaut werden. „Vieles davon haben wir in der Vergangenheit bereits getan, einiges werden wir in Zukunft verstärkt angehen“, so Kaiser.

So will sich die WRS besonders für eine verstärkte Vernetzung der Akteure in den drei Leuchtturmbereichen einsetzen. Geplant sind kontinuierliche Veranstaltungen und leicht zugängliche Informationsquellen. Auch will die WRS die regionalen Kompetenzen mit Hilfe eines Kompetenzatlasses deutlich machen. Geprüft werden soll insbesondere auch der Bedarf an Infrastrukturen, etwa an Laborflächen. Michael Kaiser: „Unser Ziel ist es, auf Grundlage dieser Maßnahmen durch ein gezieltes Marketing neue Akteure aus den drei Technologiebereichen für die Region Stuttgart zu gewinnen.“