Regionaler Mobilitätspunkt Waiblingen Per Fingerdruck geht’s zum Wunschort

Die Regionaldirektorin Nicola Schelling und Andreas Hesky testen das Terminal. Foto: Frank Eppler

Waiblingens Bahnhof ist nun regionaler Mobilitätspunkt. Ein interaktives Terminal hilft Ratsuchenden. Die Bahn will zudem die Idee eines begrünten Bahnhofsgebäudes umsetzen.

Waiblingen - Wie kommt man am schnellsten von Waiblingen nach Vorderwestermurr? Wo steht das nächste Carsharing-Fahrzeug? Und welcher Bus fährt in die Nähe der Galerie Stihl? Fragen wie diese lassen sich ab sofort am Bahnhof Waiblingen ganz einfach per Fingerdruck klären – an einem Informationsterminal, das nun im Eingangsbereich steht. Auf einem großen, leicht schräg stehenden Touchscreen-Monitor finden Ratsuchende verschiedene Rubriken: Wer beispielsweise auf „Bring mich hin“ drückt, kann einen Wunschort eingeben und erhält eine Auswahl von S-Bahn-, Zug- und Busverbindungen. Das passende Ticket muss dann allerdings an anderer Stelle, im Videoreisezentrum, gekauft werden.

 

Freie Parkplätze und freie Pedelecs

Für all jene, die das Auto stehen lassen möchten, gibt es am Terminal Informationen dazu, auf welchen P & R-Plätzen in der Nähe noch Stellplätze verfügbar sind. Und wer auf ein Mietrad umsteigen möchte, erfährt mit wenigen Fingerklicks, wo ein freies Pedelec auf ihn wartet. Wer möchte, kann sich die Informationen auch telefonisch verschaffen: Es gibt eine 24-Stunden-Hotline.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Ist der Bahnhof reif für den Abriss?

Insgesamt 13 regionale Mobilitätspunkte seien in der Region Stuttgart geplant, erläuterte die Regionaldirektorin Nicola Schelling bei der offiziellen Inbetriebnahme am Donnerstagnachmittag. Der Verband Region Stuttgart (VRS) habe rund 3,2 Millionen Euro an Eigenmitteln investiert, die Kommunen 1,5 Millionen, und weitere 3,2 Millionen stammten aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung. Die Stadt Waiblingen hat die Kosten für die Installation des interaktiven Terminals, rund 5000 Euro, investieren müssen. Ziel der regionalen Mobilitätspunkte sei es, den Umstieg von einem Mobilitätsangebot auf ein anderes zu vereinfachen, erklärte Schelling: „Dazu muss es Informationen geben, eine Verknüpfung der Angebote alleine reicht nicht aus.“ Schelling hob die Rolle der Kommunen bei solchen Projekten hervor. „Unsere Arbeit funktioniert nur mit und durch die Kommunen“, sagte sie, und an den Waiblinger Oberbürgermeister Andreas Hesky gerichtet: „Sie arbeiten für die ganze Region.“

Neues Gastroangebot mit Außenbewirtung

Der Oberbürgermeister betonte, Bahnhöfe seien „die Visitenkarte“ einer Stadt – und begrüßte die Verbesserungsmaßnahmen der Bahn am Waiblinger Bahnhof. Nikolaus Hebding, als Bahnhofsmanager Stuttgart für diesen Bereich zuständig, zählte bei einem Rundgang die Verschönerungsmaßnahmen auf: ein neuer Bodenbelag, Dächer seien saniert und die Bahnsteige mit neuen Sitzgelegenheiten und Abfalleimern ausgestattet worden. Die Fassade des Bahnhofsgaststätte sei geöffnet und das Lokal dadurch innen heller geworden, in die umgestaltete Gaststätte soll ein neues Gastroangebot, möglichst mit Außenbereich einziehen.

Der erste Bahnhof mit begrünter Fassade in Deutschland

Auch in der Unterführung ist es inzwischen heller – laut Hebding um rund 30 Prozent dank einer neuen Decke und moderner LED-Beleuchtung. Die Fläche des zugewucherten Gleisdreiecks ist zu einem Zufluchtsort für Schmetterlinge und Co. umgestaltet worden: Drei Insektenhotels bieten hier Nistplätze für Krabbel- und Flattertiere.

Für das Bahnhofsgebäude liege nun eine Baugenehmigung vor, berichtete Hebding. Sobald es vom Bund grünes Licht in Sachen Finanzen gebe, würden die Fassade im Erdgeschoss geöffnet und in den oberen Etagen Gerüste angebracht, die als Befestigung für mit Erde befüllte, bepflanzbare Taschen dienten. Über einen Pumpbrunnen im Keller des Hauses und Schläuche sollen die Pflanzbehälter bewässert werden. „Das wäre dann der erste Bahnhof der Bundesrepublik mit begrünter Fassade.“

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